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Politik

Marktanalyse: Moderater Anstieg des Arzneimittelumsatzes im ersten Halbjahr

Freitag, 15. September 2017

/nmann77, stock.adobe.com

Berlin – Der Umsatz von Arzneimitteln auf dem deutschen Apothekenmarkt ist im ersten Halbjahr 2017 um 3,5 Prozent auf 26,6 Milliarden Euro gestiegen. Das geht aus Analysen des Marktforschungsunternehmens QuintilesIMS hervor, deren Ergebnisse heute in Berlin vorgestellt wurden.

Die Zahlen beziehen sich auf den Apothekenverkaufspreis abzüglich der gesetzlich vorgeschrie­benen Rabatte von Herstellern und Apotheken sowie der Rabatte, die Hersteller und GKV-Spitzenverband in den Preisverhandlungen im Anschluss an die Nutzenbewertung vereinbaren. Berücksichtigt wurden sämtliche Arzneimittel­verordnungen zulasten der gesetzlichen und der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) sowie die Selbstmedikation der Patienten.

Nach Angaben von Dagmar Wald-Eßer, Senior Manager Health Policy bei QuintilesIMS, haben Kassen und Arzneimittelhersteller bis Juni dieses Jahres für 212 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen im Rahmen der frühen Nutzenbewertung nach dem Arznei­mittelversorgungsstärkungsgesetz (AMNOG) Erstattungsbeträge festgesetzt. Dabei entfalle auf patentgeschützte Präparate mit und ohne Erstattungsbetrag bei der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) jeweils ein höherer Marktanteil als bei der PKV. „Das dürfte mit einer unterschiedlichen Morbiditätsstruktur der Versicherten zusammenhängen“, meinte Wald-Eßer.

Einsparungen durch Preisverhandlungen

Dass die Ausgabenentwicklung für Arzneimittel im ersten Halbjahr 2017 relativ moderat ausfiel, liegt nach Ansicht von Wald-Eßer auch daran, dass sich Ausgaben für verschiedene Krankheitsgebiete austarierten. So sei im Bereich der GKV ein deutlicher Zuwachs bei einigen innovativen Präparategruppen zur Behandlung schwerer Erkrankungen wie Krebs oder Rheuma zu verzeichnen.

Auch der Umsatz mit Antikoagulanzien zur Vorbeugung von Thrombose und Schlaganfall sei im unteren zweistelligen Bereich gewachsen. Dem stünden aber Umsatzrückgänge in anderen Therapiegebieten gegenüber. So seien beispielsweise die Preise von Hepatitis-C-Präparaten durch Preisverhandlungen im Rahmen des AMNOG-Verfahrens gesunken.

Außerdem würden seit zehn Jahren verstärkt Arzneimittel verordnet, die einem Fest­betrag oder einem Rabattvertrag unterliegen. Wald-Eßer zufolge traf das im vergange­nen Jahr gemessen an Tagestherapiedosen auf 84 Prozent der GKV-Verordnungen zu. Dabei habe die kontinuierliche Absenkung der Festbeträge die Ausgaben der Kranken­kassen gesenkt.

„Sie führte aber auch dazu, dass einige Hersteller ihre Preise nicht mehr auf Festbetragsniveau absenkten“, sagte Wald-Eßer. Die Folge: Die Patienten müssten vermehrt die Differenz zwischen Festbetrag und Apothekenpreis aus eigener Tasche bezahlen. Im ersten Halbjahr beliefen sich diese sogenannten Aufzahlungen auf 73 Millionen Euro. © HK/aerzteblatt.de

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