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Nur jeder Fünfte traut sich überlebensnotwendige Hilfe zu

Freitag, 15. September 2017

/pixelaway, stock.adobe.com

Hamburg – Nur jeder fünfte Deutsche traut sich nach einer neuen Umfrage überlebensnotwendige Maßnahmen bei Unfallopfern zu. 22 Prozent würden einen Verletzten bei Atemstillstand beatmen, 21 Prozent eine starke Blutung stillen und 19 Prozent eine Herzdruckmassage machen, wie eine repräsentative Online-Befragung des Instituts Toluna im Auftrag der Asklepios-Kliniken ergab.

Zwar glauben zwei Drittel der Befragten, dass sie im Notfall Erste Hilfe leisten könnten, allerdings würden sich die meisten auf organisatorische und psychologische Unterstützung beschränken. Sie würden den Rettungsdienst alarmieren oder Umstehende um Hilfe bitten und mit dem Verletzten zur Beruhigung zu sprechen.

Hohe Unsicherheit

Wie die Umfrage weiter ergab, schätzen nur knapp ein Viertel (23 Prozent) der Befragten ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse als gut oder sehr gut ein. Dabei gaben 90 Prozent an, sie hätten einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert. Die Unsicherheit zeigt sich auch im Umgang mit den an vielen Orten verfügbaren Defibrillatoren. Nur etwa die Hälfte der Befragten würde sich zutrauen, dieses Gerät zur Überwindung eines Herzstillstandes einzusetzen.

„Das Interesse am Thema und die grundsätzliche Bereitschaft zu helfen sind groß, aber das Wissen lückenhaft, und vor lebensrettenden Maßnahmen scheuen viele aus Angst, etwas falsch zu machen, leider zurück“, erklärte der leitende Kardiologe der Hamburger Asklepios-Klinik St. Georg, Alexander Ghanem.

Die Asklepios-Kliniken veröffentlichten die Umfrage zur Woche der Wiederbelebung. Die Kampagne vom 18. bis zum 24. September ist eine Initiative des Bundesverbandes der Anästhesisten und steht unter der Schirmherrschaft des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erklärten heute, sie wollten die Kenntnisse über Wiederbelebung von Menschen bundesweit verbessern. „Wir brauchen ein gemeinsames entschlossenes Handeln aller Verantwortlichen in Schulen, Vereinen, Betrieben, Behörden, in der Medizin und den Hilfsorganisationen, um klarzumachen: Wiederbelebung ist kinderleicht – wichtig ist, überhaupt zu handeln", sagte der Minister.

Jede Minute zählt

BZgA-Präsidentin Heidrun Thaiss erklärte, jährlich erlitten mindestens 50.000 Menschen in Deutschland einen Herz-Kreislauf-Stillstand. „Dann zählt jede Minute. Denn das Gehirn beginnt nach nur drei bis fünf Minuten ohne Sauerstoff, Schaden zu erleiden.“

Gröhe und die Bundeszentrale hatten 2016 das „Nationale Aktionsbündnis Wiederbelebung“ (NAWIB) ins Leben gerufen, um Bürger aller Altersgruppen über die Laienreanimation zu informieren und die Laienreanimationsquote in Deutschland von derzeit 37 Prozent bis 2020 auf mindestens 50 Prozent zu steigern. Unter anderem sollen alle Schulen mit einem Ausbildungskonzept für Lehrer unterstützt werden. © dpa/aerzteblatt.de

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