Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Berlin plant Kreißsaal-Ausbau wegen Geburtenrekords

Freitag, 15. September 2017

/upixa, stock.adobe.com

Berlin – Berlins Babyboom dauert an und sorgt für volle Geburtsstationen und Kreißsäle. Im vergangenen Jahr wurden so viele Kinder in der Hauptstadt geboren, wie seit der Wiedervereinigung nicht – 42.618 an der Zahl, wie die Verwaltung der SPD-Gesundheitssenatorin Dilek Kolat unter Berufung auf eine Umfrage unter Kliniken mitteilte.

Ganz so viele Geburten werden demnach bis Ende dieses Jahres zwar voraussichtlich nicht wieder erreicht, aber Hochrechnungen lassen ein weiter hohes Niveau von 41.100 Geburten erwarten. „Wir werden gemeinsam die nötigen Kapazitäten für dieses Wachstum bereitstellen“, kündigte Kolat nun an. Die Daten stammen aus einer Umfrage der Gesundheitsverwaltung unter den 19 Berliner Geburtskliniken und sind heute bei einem ersten Runden Tisch zu den Engpässen in der Geburtshilfe vorgestellt worden.

Treffen auch wegen Überlastung der Hebammen

Die Ergebnisse sollen Diskussionsgrundlage sein. Das Statistische Landesamt hat für 2016 noch keine Daten vorgelegt. 2015 wies es rund 39.000 Neugeborene in Berlin aus, 1991 waren es nur etwa 31.000. Ein Anstieg wird insbesondere seit 2011 beobachtet. Die Folge: Schwangere können nicht immer im Wunschkrankenhaus entbinden, sondern müssen bei dort belegtem Kreißsaal andere Kliniken aufsuchen.

Von „Kreißsaaltourismus“ ist teils schon die Rede. Zudem beklagen Hebammen – an denen es bundesweit mangelt – Überlastung. Vor diesem Hintergrund haben sich Vertreter unter anderem von Geburtskliniken, Krankenkassen, Verwaltung, Feuerwehr und Hebammen nun mit der Senatorin zu einem Gespräch getroffen.

Wie laut den Angaben aus der Umfrage hervorgeht, haben fünf Kliniken konkrete Pläne zur Erweiterung von Kreißsälen, weitere denken darüber nach. Acht von 19 Kliniken begrenzen von vornherein die Zahl der Anmeldungen zur Geburt, vier weitere planen dies. „So sollen sich Frauen schon frühzeitig eine weniger frequentierte Geburtsklinik aussuchen können“, sagte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung.

Wenn Kliniken keine Kapazitäten für Geburten mehr haben, melden sie Kreißsäle bei der Feuerwehr ab, sodass diese nicht mehr angefahren werden. Gründe hierfür sind der Umfrage zufolge vorrangig räumliche Engpässe, aber auch ein Mangel an Hebammen und freien Betten. Wie Kolat ankündigte, soll die geplante Einführung eines elektroni­schen Systems zur Bettenverwaltung für Entlastung sorgen.

Aus den abgefragten Daten geht nach Angaben des Sprechers auch hervor, dass die Zahl der Hebammen in Berlin leicht steigt, während die Zahl der zu betreuenden Geburten pro Hebamme leicht sinkt. „Die meisten Kliniken bemühen sich auch um bessere Arbeitsbedingungen für Hebammen“, so der Sprecher. Das betreffe zum Beispiel die Übernahme der Kosten für die Berufshaftpflichtversicherung in Gänze oder in Teilen, das Angebot außertariflicher Leistungen und die Entlastung von anderen Aufgaben. © dpa/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

17.10.17
Arme Mädchen bringen dreimal mehr Kinder zur Welt
Berlin – Mädchen zwischen 15 und 19 Jahren der ärmsten 20 Prozent der Haushalte, die oft in ländlichen Gebieten leben, bringen in Entwicklungsländern etwa dreimal so viele Kinder zur Welt wie Mädchen......
15.10.17
Schwangerschaft: Seitenlage im Schlaf entspannt den Feten
Auckland – Schwangere sollten in der Spätschwangerschaft nach Möglichkeit in einer Seitenlage schlafen. In Rückenlage kommt es beim Feten häufig zu Störungen der Bewegungen und der Herzaktivität, wie......
12.10.17
Studie: Periduralanästhesie verlängert Geburt nicht
Boston – Die Befürchtung, dass eine Periduralanästhesie die Austreibungsphase verlängert und dadurch die Geburt kompliziert, hat sich in einer randomisierten Studie in Obstetrics & Gynecology......
10.10.17
Studiengang Hebammenwissenschaft startet in Lübeck
Lübeck – In Lübeck startet jetzt der deutschlandweit erste universitäre Studiengang Hebammenwissenschaft. 20 Studierende haben sich dafür zum kommenden Wintersemester eingeschrieben. Neu an der......
06.10.17
Nutzen von pränatalem Rhesus-Test ist unklar
Köln – Es gibt derzeit keine Studien dazu, ob die pränatale Bestimmung des fetalen Rhesusfaktors bei Rhesus-negativen (Rh-negativ) Schwangeren eine Rh-Prophylaxe überflüssig machen könnte. Das......
04.10.17
Mehr Krankenhausgeburten, weniger Kaiserschnitte
Wiesbaden – Die Zahl der Krankenhausentbindungen in Deutschland ist weiter gestiegen, die Zahl der Kaiserschnitt ist zurückgegangen. Das ist aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden......
29.09.17
Hypertonie in der Schwangerschaft fördert Adipositas der Kinder
Qingdao – Ein erhöhter Blutdruck in der Schwangerschaft kann möglicherweise dazu führen, dass das Kind bereits im Vorschulalter eine Adipositas entwickelt. Dies kam in einer prospektiven......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige