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Politik

Hessen will Trendsetter bei E-Health sein

Freitag, 15. September 2017

/adam121, stock.adobe.com

Frankfurt/Main – Das Land Hessen verstärkt seine Bemühungen, Telemedizin und E-Health stärker in der medizinischen Versorgung  zu verankern, und will dabei „zum Trendsetter für das gesamte Bundesgebiet“ werden, so der hessische Gesundheits­minister Stefan Grüttner (CDU) beim 4. E-Health-Kongress in Frankfurt/Main.  „Wir werden intensiv und mit Druck aus den Ländern daran arbeiten, dass sehr schnell ein weiteres E-Health-Gesetz auf den Weg gebracht wird“, erklärte Grüttner mit Blick auf die anstehende Bundestagswahl. Auch über die elektronische Patientenakte müsse intensiv diskutiert werden, denn die bisherige Umsetzung verlaufe ausgesprochen schleppend. 

Es sei eigentlich Aufgabe der gematik, eine bundeseinheitliche sichere Kommunika­tions­plattform für das Gesundheitswesen aufzubauen. Man werde jedoch nicht so schnell darauf setzen können, dass es eine solche Lösung gebe. „Ich sehe das seit einiger Zeit mit großer Sorge.“ Man müsse sich fragen, an welchem Punkt anzusetzen sei, um die Entwicklung weiter voranzubringen. Es könne eine Lösung sein, aus den Ländern heraus zu versuchen, Entwicklungen anzustoßen, die dann auch bundesweit eingesetzt werden könnten. „Aber wir müssen dann an dieser Stelle aufpassen, dass wir keine Insellösungen schaffen“, betonte Grüttner. Daher seien bundesgesetzliche Rahmenbedingungen erforderlich.

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Der Minister verwies auf mehrere Initiativen in Hessen, wie etwa das Neuronetzwerk Nordhessen, in dem das Klinikum in Kassel seine Expertise per Telemedizin für die Behandlung von Schlaganfallpatienten kleineren Krankenhäusern ohne neurologische Fachabteilung zur Verfügung stellt. „Solche Anwendungen müssen sektoren­übergrei­fend möglich sein und sehr viel schneller in die Fläche kommen“, meinte Grüttner.  Vielerorts in Hessen werde derzeit auch der Rettungsdienst mit digitalen Anwendun­gen ausgestattet.

Grüttner zufolge hat das Land Hessen in diesem Jahr E-Health-Projekte mit 1,5 Milli­onen Euro gefördert. Für 2018 will das Land 6,5 Millionen Euro hierfür bereitstellen, ein Zeichen für „die Wichtigkeit, die die Landesregierung dem Thema beimisst“, so der Minister. Am 1. August sei die E-Health-Initiative in Hessen gestartet. Im Rahmen der Initiative werde auch ein Kompetenzzentrum für Telemedizin und E-Health aufgebaut, das Anfang 2018 in Betrieb gehen soll. Es soll die E-Health-Initiativen bündeln und die Akteure bei der Optimierung der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit mittels Einsatz telemedizinischer Anwendungen beraten. An dem Zentrum beteiligt sind die Universität Gießen und die Technische Hochschule Mittelhessen.

Es sei wichtig, dass die Ärzte schneller und sicherer miteinander kommunizieren können, betonte Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, Präsident der Landesärzte­kammer Hessen. „Vernetzung zwischen den Ärzten untereinander und mit dem Kranken­haus und allen, die im Zusammenhang mit Patienten tätig sind, ist ganz wichtig“, aber dazu sei eine sichere Kommunikationsinfrastruktur erforderlich, die Interoperabilität zwischen verschiedenen Systemen ermögliche, und kein Wildwuchs. „Aus ärztlicher Sicht ist der Datenschutz dabei eine Bedingung, die wir nicht zur Diskussion stellen“, erklärte der Kammerpräsident.

In der den Kongress begleitenden Ausstellung wurden unter anderem der Telearzt oder „Arzt im Rucksack“ vorgestellt, ebenso eine Drohne für den ferngesteuerten, gekühlten Transport von Blutkonserven sowie das Blutzuckermanagement im Krankenhaus per Tablet.  Experten erklärten außerdem, wie Ärzte und Patienten aus den derzeit mehr als 220.000 Gesundheits-Apps die jeweils passende vertrauenswürde mobile Anwendung finden können. © KBr/aerzteblatt.de

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