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Politik

Niedrigschwellige Entlastungsangebote in der Pflege zu wenig bekannt

Montag, 18. September 2017

/dpa

Berlin – Die Angebote der Pflegeversicherung für die Betreuung im Alltag sind Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen noch zu wenig bekannt. Darauf hat der Vorstand des GKV-Spitzenverbandes Gernot Kiefer hingewiesen. Er rät, Versicherte und Pflegebedürftige sollten sich gezielt und direkt an ihre Pflegekassen wenden.

Nach dem Sozialgesetzbuch steht allen Pflegebedürftigen aller fünf Pflegegrade ein Entlastungsbetrag von bis zu 125 Euro im Monat zu. Dieser müsse beim Betreuungsdienstleister vorgestreckt werden und wird dann von der Pflegekasse erstattet. Beispiele für niedrigschwellige Entlastungsangebote sind stundenweise Betreuung, Unterstützung bei sozialen Kontakten, Unterstützung im Haushalt, Begleitung zu Aktivitäten außerhalb der Wohnung wie Einkauf oder Kinobesuch.

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Mehr Menschen erhalten Leistungen

Der GKV-Spitzenverband geht davon aus, dass der Bedarf an niedrigschwelligen Pflegeangeboten weiter steigen wird. Der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbandes, Peter Pick, sagte, niedrigschwellige Betreuungsdienste ergänzten die Leistungsangebote der ambulanten, teilstationären und stationären Pflege.

Anfang des Jahres wurde Pflegebedürftigkeit neu definiert und in fünf Pflegegrade (bisher drei Pflegestufen) unterteilt. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) geht mittelfristig von zusätzlich 500.000 Menschen aus, die nun in den Genuss von Pflegeleistungen kommen können.

Niedrigschwellige Angebote können gerade für Menschen im Pflegegrad 1 eine sinnvolle Unterstützung im Alltag sein. Denn die Betroffenen könnten ihren Alltag noch überwiegend selbstständig meistern. Sie brauchten aber oft stundenweise Unterstützung im Haushalt oder bei der Betreuung. „Ich gehe davon aus, dass der Bedarf an solchen Angeboten steigen wird“, sagte Pick.

Gröhe hatte mit seiner dreistufigen Pflegereform in der zu Ende gehenden Legislaturperiode auch das Ziel verfolgt, dass Pflegebedürftige möglichst lange zu Hause gepflegt werden sollen, statt stationär. Nach den Worten Kiefers können Leistungen ambulanter Pflegedienste heute deutlich flexibler als früher in Anspruch genommen werden.

© dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #731240
habaz
am Montag, 6. November 2017, 15:55

Noch unbekannter: Entlastungsleistungen sind auch rückwirkend möglich

Bis Ende 2018 gilt eine spannende Besonderheit, die noch unbekannter ist: Es wurde eine rückwirkende Anrechnung nicht verbrauchter Entlastungsbeträge aus 2015 und 2016 eingeführt. Dies ist möglich, wenn schon 2015 oder 2016 eine Pflegestufe und damit ein Anspruch auf die Entlastungsleistungen bestanden hat. Siehe auch <a href="https://www.pflegegeld-info.de/entlastungsbetrag-125-haushaltshilfe/"Entlastungsbetrag Pflegeversicherung</a>
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