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Politik

Merkel plädiert für bessere Bezahlung von Pflegekräften

Montag, 18. September 2017

/Alexander Raths, stock.adobe.com

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) strebt eine bessere Bezahlung von Pflegekräften an. Die derzeitige Entlohnung sei „im Hinblick auf die Belastungen, die dieser Beruf mit sich bringt, nicht angemessen“, sagte Merkel der Bild am Sonntag. Sie forderte zudem einen neuen Personalschlüssel.

Ein Teil des Lohnunterschieds zwischen Männern und Frauen hänge in Deutschland auch mit der unterschiedlichen Bewertung der Berufe zusammen – „also zum Beispiel Pflegeberufe im Vergleich zu Mechatronikern oder Elektrikern“, sagte Merkel. „Wir müssen daran arbeiten, dass die Gehälter schrittweise weiter steigen.“ Verbesserungs­bedarf sieht Merkel noch in einem anderen Punkt. „Viele Pflegekräfte sagen uns: Wir würden viel lieber mehr Zeit für die Menschen haben.“ Deshalb müsse auch der Personalschlüssel überarbeitet werden.

Positionen von Merkel und Schulz gleichen sich

Beide Aussagen hatte Merkel zuvor bereits in Wahlkampfsendungen von ARD und ZDF getroffen. Ihre Ansicht unterscheidet sich dabei nicht von den Ansichten des Kanzlerkan­didaten der SPD, Martin Schulz. Der hatte sich zuletzt ebenso dafür ausgesprochen, dass Pflegekräfte besser bezahlt werden und es Personalmindest­vorgaben in der Pflege gibt.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz unterstützte die Pläne für eine bessere Bezahlung in der Pflege und einem neuen Personalschlüssel, wies aber zugleich darauf hin, dass sich die Hälfte der Heimbewohner die Kosten schon heute nicht mehr leisten könne und auf Sozialhilfe angewiesen sei.

Kritik an Merkel kommt von den Grünen. Dass diese die Situation der Pflegenden eine Woche vor der Wahl Pflege zum Wahlkampfthema mache, sei „unglaubwürdig“, sagte Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflegepolitik. Die Große Koalition habe in dieser Wahlperiode zwar viele Gesetze für die Pflege erlassen, aber das drängendste Problem, den massiven Personalmangel, habe sie „nicht mal im Ansatz gelöst“.

Derzeit sind in der Pflege viele Stellen unbesetzt. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gibt die Zahl der allein in Krankenhäusern fehlenden Pfleger mit 70.000 an. Nachts sei eine Pflegekraft durchschnittlich allein für 26 Patienten verantwortlich.

Im Juli hatte das Bundeskabinett eine Erhöhung des Mindestlohns für Pflegekräfte verabschiedet. Der Mindestlohn soll am Jahreswechsel im Westen auf 10,55 und im Osten auf 10,05 Euro steigen. Dies entspricht einem Plus von 3,4 Prozent im Westen und 5,8 Prozent im Osten. Die Verordnung gilt für Pflegebetriebe.

© afp/kna/may/aerzteblatt.de

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ede65
am Dienstag, 19. September 2017, 11:07

Das läuft wieder darauf hinaus

das mit der Gesundheitspolitik aller Parteien AUSSER DER LINKEN
eine gnadenlose Kapitalisierung betreiben wird and er nur die Aktionäre der Pharmaindustrie und der Klinikbetreiber verdienen. Wenn ich für 14,58€ Std, einen vor Ort ärtzlichen bereitschaftsdienst in einem 250 Betten ahus machen "Darf" und 2 Pflegekräfte für zT. Kardio AHB und Psychosomatische Pat anwesend sind stimmt der Aktienkurs eben. Lest mal das Program der LINKEN. Grass ehrlich könnte aber funktionieren für Patienten und Personal!
ede65
am Dienstag, 19. September 2017, 11:07

Das läuft wieder darauf hinaus

das mit der Gesundheitspolitik aller Parteien AUSSER DER LINKEN
eine gnadenlose Kapitalisierung betreiben wird and er nur die Aktionäre der Pharmaindustrie und der Klinikbetreiber verdienen. Wenn ich für 14,58€ Std, einen vor Ort ärtzlichen bereitschaftsdienst in einem 250 Betten ahus machen "Darf" und 2 Pflegekräfte für zT. Kardio AHB und Psychosomatische Pat anwesend sind stimmt der Aktienkurs eben. Lest mal das Program der LINKEN. Grass ehrlich könnte aber funktionieren für Patienten und Personal!
simplicissimus500
am Montag, 18. September 2017, 23:25

Mindestlohn?

Und der soll die Pflegekräfte zum Hüpfen bringen? Eine Entlohnung, die es nicht Wert ist, so genannt zu werden. Die, die ihre Haut zu Markte tragen, werden am Ende ihres Arbeitslebens nicht einmal mit einer auskömmlichen Rente versorgt, während sich die, die sich so etwas ausdenken gewohnheitsmäßig die Taschen vollstecken.
simplicissimus500
am Montag, 18. September 2017, 23:19

Und die Grünen, diese verdammten Heuchler,

die wir mal als friedensbewegt empfunden haben, sind doch längst zu Pöstchenjägern verkommen. Hängt man ihnen eine Wurst vor die Nase, vergessen sie alle geheuchelten Vorsätze und schnappen danach. Die Grünen sind die größten Verräter am Volk. Sie sind diejenigen - haben wir das vergessen -, die uns zusammen mit der SPD in den ersten und zweiten Krieg gejagt haben. Und währe Merkel damals schon an der Macht gewesen, wären wir auch noch mit Busch in den herbeigelogenen Irakkrieg gezogen.
Leiden wir unter einer Volksamnesie? Es kann nicht anders sein, sonst würden wir die CDU nicht wählen. Denn wenn wir sie wählen, wählen wir nicht nur Merkel, sondern auch Schäuble und von der Leyen, die uns, zusammen mit der irren Hillary in alle Kriege ziehen wollte, die die USA uns anbieten. Und warum? Nachdenken! Nachdenken! Und nicht vergessen. Und falls es hier noch einige Ärzte gibt, die glauben, dass sie unter Merkel finanziell besser gestellt sind, dann empfehle ich ihnen einmal darüber nachzudenken, ob das nicht vollkommen irrelevant ist, wenn man sich in einer radioaktiven Wolke befindet. Aber ich habe eine Idee, die die wohlhabenden US-Amerikaner längst befolgen: Bunker bauen. Und dort mit Merkel und Von der Leyen Tee trinken. Bis die Halbwertzeit erreicht ist.
simplicissimus500
am Montag, 18. September 2017, 22:58

Noch einmal:

"Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) strebt eine bessere Bezahlung von Pflegekräften an. Die derzeitige Entlohnung sei „im Hinblick auf die Belastungen, die dieser Beruf mit sich bringt, nicht angemessen“, sagte Merkel der Bild am Sonntag. Sie forderte zudem einen neuen Personalschlüssel."
Und warum kommt sie gerade jetzt, eine Woche vor der Bundestagswahl auf die Idee? Warum nicht nach ihrer letzten Wahl?
Und noch eine Frage: Warum wird das hier so dargestellt, als sei das ein echtes Anliegen unserer Bundeskanzlerin im 12. Jahr? Wir haben ein Kanzlerin, die von sich behauptet hat, zu 70 Prozent opportunistisch gehandelt zu haben. Und sie stellt ständig unter Beweis, dass sie daran niemals etwas geändert hat. Und sie hat noch niemals in Aussicht gestellt, daran etwas ändern zu wollen. Warum - um Himmels willen -, wird diese Frau immer wieder gewählt? Weil sie, wie alle Politiker die Gebrauchsanleitung für uns nachgelesen und verinnerlicht hat. Ich kann nur empfehlen, die Ratschläge Machiavellis für Politiker nachzulesen. Sie sind sehr, sehr einfach und es reicht völlig aus, bei Wikipedia nachzuschauen, um das Verhalten unserer ewigen Kanzlerin zu verstehen.
simplicissimus500
am Montag, 18. September 2017, 20:25

Wie ist noch die Empfehlung von Machiavelli?

Versprich denen, die Du für Dich vereinnahmen willst, was sie sich wünschen. Und zwar jedem das, was er für sich wünscht. Und vergiss es, wenn Du ihn gewonnen hast. Und was ist die Taktik von Merkel? Sie macht sich (vor der Wahl) die Wünsche ihrer Gegner zu eigen - und schaltet damit jede Opposition aus.

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