NewsMedizinUSA: PI3K-Inhibitor Copanlisib bei follikulärem Lymphom zugelassen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

USA: PI3K-Inhibitor Copanlisib bei follikulärem Lymphom zugelassen

Dienstag, 19. September 2017

Silver Spring – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat einen weiteren PI3K-Inhibitor zur Behandlung einer Krebserkrankung zugelassen. Der Wirkstoff Copanlisib darf zur Behandlung von Erwachsenen mit rezidiviertem follikulärem Lymphom eingesetzt werden, die zuvor mindestens zwei systemische Therapien erhalten hatten.

Phosphoinositid-3-Kinasen (PI3K) sind als Bestandteil des „PI3K/AKT/mTOR“-Stoff­wechselwegs an der Regulierung des Zellzyklus beteiligt. Bei vielen Krebserkrankungen sind PI3K vermehrt aktiv, was die Enzyme zu einem möglichen Ansatzpunkt für die Krebstherapie macht. Der erste zugelassene Wirkstoff aus dieser Gruppe ist Idelalisib, das 2014 in Deutschland (in Kombination mit Rituximab) zur Behandlung (einer bestimmten Variante) der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) zugelassen wurde. 

Ein weiterer PI3K-Inhibitor, Copanlisib, wurde jetzt in den USA als Reservemedikament zur Behandlung des rezidivierten follikulären Lymphoms zugelassen. Das follikuläre Lymphom gehört zu den Non-Hodgkin-Lymphomen, die sich wie die CLL in der Regel von B-Zellen ableiten.

Anzeige

Die Zulassung beruht auf Zwischenergebnissen einer offenen Phase-2-Studie. Dort waren 104 Patienten mit Copanlisib behandelt worden, die davor bereits zwei systemische Therapien erhalten hatten. Bei 59 Prozent kam es zu einer partiellen oder kompletten Remission, die im Mittel über 12,2 Monate anhielt. 

Die FDA erteilte aufgrund dieser Zwischenergebnisse eine beschleunigte Zulassung, die allerdings an die Durchführung ergänzender Phase-3-Studien gebunden sind, mit denen der Hersteller bereits begonnen hat. Bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) steht eine Entscheidung noch aus.

In Deutschland erkranken jährlich etwa 16.000 Menschen an einem Non-Hodgkin-Lymphom. Bei etwa jedem zweiten Patienten ist es ein follikuläres Lymphom.

Zu den häufigen Nebenwirkungen von von Copanlisib gehören Hyperglykämie, Diarrhö, körperliche Schwäche, arterielle Hypertonie, Leukopenie, Neutropenie, Thrombozyto­penie, Nausea sowie Infektionen der unteren Atemwege. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. September 2020
Lugano – Die Immuntherapie hat die Möglichkeiten der Behandlung beim metastasierten Urothelkarzinom (mUC) erweitert. Doch auch auf diese Therapie sprechen nicht alle Patienten an oder sie entwickeln
Urothelkarzinom: Was kommt nach Chemo- und Immuntherapie?
26. September 2020
Lugano – Prostatakarzinome sind besonders aggressiv, wenn die Patienten eine BRCA2-Keimbahnmutation aufweisen. Noch schlimmer ist es, wenn zu dieser Mutation weitere kommen, wie Ergebnisse der
Personalisierte Therapie für das Prostatakarzinom rückt näher
26. September 2020
Lugano – Langzeitdaten aus der STAMPEDE-Studie belegen, dass der Überlebensvorteil der Therapie von Patienten mit hormonnaivem metastasiertem Prostatakarzinom bei Therapie mit Abirateron und
Prostatakarzinom: Vertiefter Hormonentzug bewährt sich weiter
26. September 2020
Lugano – Bei einem neu diagnostizierten Prostatakarzinom, das bereits einige Metastasen gebildet hat, kann die radikale Lokaltherapie wahrscheinlich das progressionsfreie Überleben verbessern. Das
Oligometastasiertes Prostatakarzinom: Radikale Lokaltherapie sinnvoll?
26. September 2020
Lugano – Erhalten Patienten bei einer weit fortgeschrittenen Prostatakarzinomerkrankung eine Chemotherapie, ist ihre Lebensspanne nur noch sehr begrenzt. Umso wichtiger ist es, auch über die
Prostatakarzinom: Aufklärung vor Chemo sollte auch Lebensqualität berücksichtigen
26. September 2020
Köln – In zwei anlässlich des virtuellen ESMO-Kongresses 2020 vorgestellten Phase-III-Studien konnte eine Immuntherapie – allein oder in Kombination – in der Erstlinientherapie des nicht operablen
„Die klassische platinbasierte Chemotherapie #wird in naher Zukunft von einer kombinierten Chemo-Immuntherapie oder einer sequenziellen Chemo-Immun-Erhaltungstherapie abgelöst werden“
26. September 2020
Lugano – Die Ergebnisse der Phase-3-Studie CheckMate 9ER weisen auf eine neue Therapieoption beim metastasierten Nierenzellkarzinom (RCC) hin. Die Kombination von Nivolumab und Cabozantinib war einer
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER