Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

KV Brandenburg will bessere Rahmenbedingungen für ambulante Versorgung

Dienstag, 19. September 2017

Potsdam – Mehr Respekt für die ärztliche Arbeit und vor dem Engagement vieler Ehren­amtlicher in der Selbstverwaltung fordert die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Brandenburg von der Politik. In der nächsten Legislaturperiode gehe es darum, die Rahmenbedingungen für die ambulante Diagnostik und Therapie deutlich zu verbessern.

Die KV hat dafür neun Forderungen formuliert: Zunächst ein ausdrückliches Bekenntnis der Politik zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung nach den Prinzipien der freiberuflichen Berufsausübung, vornehmlich in inhabergeführten Praxen und auf der Basis einer funktionierenden Selbstverwaltung. Zweitens sollten Krankenkassen und KVen Versorgungsziele für eine zukunftsfähige ärztliche Versorgung definieren können.

Vernetzung erforderlich

„Nach geltender Rechtslage wird die Weiterentwicklung der Versorgung durch retrospek­tive Planungsgrundlagen begrenzt. Behandlungsmöglichkeiten werden so durch Ereignisse bestimmt, die vor drei bis vier Jahren stattgefunden haben“, kritisiert die KV. Wichtig sei außerdem die Vernetzung von ambulanten und stationären Versor­gungsstrukturen.

„Voraussetzung dafür ist, dass Investitionen in Strukturen nicht allein durch die Ärzte­seite zu tragen sind. Strukturveränderungen müssen durch Partner wie Land und Kommunen sowie die Krankenkassen mitfinanziert werden“, fordert die KV. Weiterhin sei es nötig, das Prinzip „ambulant vor stationär“ weiter zu stärken. „Dies setzt einen stärkeren Fokus auf die Koordination der Patienten und die Schaffung entsprechender, die Patienten unterstützenden Strukturen voraus“, so die KV.

Die Vertragsärzte fordern fünftens, die Budgetierung der ärztlichen und psychothera­peutischen Leistungen zu beenden und sechstens die Entbürokratisierung „endlich voranzubringen“. Siebtens betont die KV den Arztvorbehalt und lehnt eine Substitution ärztlicher Arbeit strikt ab.

Wichtig sei außerdem – achtens – eine Nieder­lassungs­förderung für den ländlichen Raum auch durch das Land Brandenburg. „Diese Förderung auf Landesebene ist in anderen Bundesländern bereits verankert und hat sich bewährt“, hieß es aus der KV. Der Standort Brandenburg habe diesbezüglich einen erheblichen Wettbewerbsnachteil gegenüber anderen Bundesländern und verliere an Attraktivität für den Ärzte­nach­wuchs. Neuntens fordert die KV, sie bei gesundheitspolitischen Entscheidungen stärker einzubeziehen.

„Innerhalb eines Jahres erfahren rund 92 Prozent der 2,2 Millionen Brandenburger, wie gut die ambulante Versorgung in diesem Land funktioniert. Wir niedergelassenen Ärzte sind und bleiben der Anker der medizinischen Versorgung in diesem Land“, hieß es aus der KV. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

18.10.17
Pflegekräfte und Ärzte fordern schnelle Reformen im Gesundheitssystem
Berlin – Unmittelbar vor dem Start der Sondierungsgespräche fordern Pflegekräfte und Ärzteschaft schnelle Reformschritte im Gesundheitssystem. Der Präsident des Deutschen Pflegerates, Franz Wagner,......
17.10.17
GKV: FDP zeigt sich beim Arbeitgeberbeitrag gesprächsbereit
Berlin – Ab morgen wollen sich Union, FDP und Grüne zu ersten Sondierungsgesprächen treffen, um eine neue Regierungskoalition auszuloten. Die FDP zeigte sich heute grundsätzlich bereit, über den......
17.10.17
SPD bekommt nur einen Vizepräsidenten im Bundestag
Berlin – Die geschrumpfte SPD darf im neuen Bundestag nur einen Vizepräsidentenposten besetzen. Das sagte Fraktionschefin Andrea Nahles heute in Berlin. Ob die ehemalige Ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla......
11.10.17
Grüne wollen Soziales in Sondierungs­gesprächen in Fokus rücken
Berlin – Die Grünen wollen in den Sondierungsgesprächen mit Union und FDP über eine gemeinsame Koalition einen Schwerpunkt auf Sozialpolitik legen. Gesellschaftlicher Zusammenhalt sei für die Grünen......
27.09.17
Koalitions­verhandlungen: Gesundheitswesen kann sich Stillstand nicht leisten
Berlin – Nachdem die SPD ihr Ausscheiden aus der derzeitigen Bundesregierung bereits unmittelbar nach dem Wahlergebnis bekanntgegeben hat, stehen in Deutschland die Zeichen auf ein Bündnis aus CDU,......
26.09.17
Apotheker halten Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel für wenig wahrscheinlich
Berlin – Nach der Bundestagswahl glauben viele Apotheker nicht mehr an ein Versandhandelsverbot für Arzneimittel. Das geht aus einer Online-Befragung von 306 Apothekern und Apothekenmitarbeitern über......
25.09.17
Bundestagswahl: Etablierte Gesundheitspolitiker bleiben im Parlament
Berlin – Der Wahlabend hat für viele der bekannten Gesundheitspolitiker oftmals erst tief in der Nacht ein positives Ergebnis gebracht. Die meisten konnten ihr Bundestagsmandat verteidigen. Sechs......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige