Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Schwangerschaft: Behandlung von Begleiterkrankungen meist ohne Komplikation für Mutter und Kind

Mittwoch, 20. September 2017

/Africa Studio, stockadobecom

Rostock – Ärzte sind oft unsicher, wenn es darum geht, schwangere Frauen mit Asthma, Migräne oder anderen Begleiterkrankungen zu betreuen. Die Medikamentenauswahl ist begrenzt. Zwar bestehe häufig kein Verdacht auf embryotoxische und teratogene Effekte, heißt es in einem CME-Beitrag, der im Deutschen Ärzteblatt erschienen ist (Dtsch Arztebl Int 2017; 114 (37): 616–26). Die Evidenz dafür sei jedoch gering.

Asthma, Migräne, Hypothyreose, Hyperthyreose und Varicosis zählen zu den häufigsten fünf Begleiterkrankungen in der Schwangerschaft. Im Gegensatz zu Emesis/Hyper­emesis gravidarum, Sodbrennen/Refluxkrankheit oder Gestationsdiabetes sind sie aber nicht durch die Schwangerschaft selbst bedingt.

Um Komplikationen bei Mutter und Kind zu vermeiden, sollten Ärzte einige Medika­mente von der Therapie ausklammern. Bei Migräne ist eine nichtmedikamentöse Behandlung während der Schwangerschaft zu bevorzugen. Analgetika, Magnesium und nichtsteroidale Antirheumatika sollten zur Prophylaxe maximal bis zur 32. vollendeten Schwangerschaftswoche gegeben werden. Ansonsten besteht die die Gefahr, dass es zu einem vorzeitigen Verschluss des Ductus Botalli beim Fötus kommt. Für die erfolg­reiche Prophylaxe von Migräneattacken durch die Gabe von Acetylsalicylsäure (100 mg/Tag) liegt nur geringe Evidenz vor.

Hingegen gibt es bei Asthma keinen Unterschied zwischen der Behandlung schwange­rer und nicht schwangerer Frauen. Kortikosteroide können Frauen auch während der Schwangerschaft inhalieren. Auch orale Glukokortikoide sind bei schwerem Asthma und lebensbedrohlichen Situationen unverzichtbar – auch wenn sie im ersten Trimester das Risiko für fetale Lippen- oder Gaumenspalten um 0,2 Prozentpunkte erhöhen (0,3 % versus 0,1 %). Systemisch applizierte Glukokortikoide erhöhten das diabetogene Risiko.

Die Autoren um Michael Bolz von der Universitätsfrauenklinik in Rostock haben Studien und Leitlinien für alle fünf Krankheitsbilder zusammengefasst, die im Zeitraum 2007 bis 2016 erschienen sind. Sie vermitteln Ärzten unter anderem auch das Wissen darüber, mit welchen Risiken eine unbehandelte mütterliche Schilddrüsenüberfunktion einhergeht und wie schwangere Frauen Thrombosen vorbeugen können. © gie/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

24. April 2018
Wiesbaden – Im Jahr 2016 haben in deutschen Krankenhäusern 11.077 Hebammen und Entbindungspfleger gearbeitet. Das teilte das Statistische Bundesamt heute anlässlich des internationalen Hebammentags
11.077 Hebammen waren 2016 an Kliniken tätig
20. April 2018
Berlin – Die Geburtshilfe zählt im Sinne der Sicherstellungsregelungen zukünftig zu den basisversorgungsrelevanten Leistungen eines Krankenhauses. Das hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA)
Sicherstellungszuschläge: Geburtshilfe zählt zu relevanten Basisleistungen
12. April 2018
New York – Neugeborene, deren Mütter mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI) behandelt wurden, zeigen in einer Magnetresonanztomographie (MRT) eine Vergrößerung von Amygdala und Inselrinde, zwei
Antidepressiva: Studie findet Veränderungen in emotionalen Hirnzentren von Feten
4. April 2018
Bethesda – Eine Hypertonie ist nicht erst während der Schwangerschaft gefährlich für das ungeborene Kind. Nach den Ergebnissen einer Studie in Hypertension (2018; doi:
Erhöhter Blutdruck vor der Schwangerschaft kann Fehlgeburten auslösen
3. April 2018
Brüssel – Die belgische Regierung will mehr Patienten mit Kinderwunsch Medienberichten zufolge das Einfrieren von Keimzellen ermöglichen. Junge Krebskranke in Belgien können seit einem Jahr auf Kosten
Belgien will mehr Kranken Einfrieren von Keimzellen ermöglichen
29. März 2018
Frankfurt am Main/Bad Homburg – AOK Hessen, Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen sowie Berufsverband der Frauenärzte wollen das Risiko von Frühgeburten durch einen neuen Versorgungsvertrag
Neuer Versorgungsvertrag zur Prävention von Frühgeburten in Hessen
28. März 2018
Swansea/Wales – In Wales erreichten Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft mit Valproat behandelt worden waren, bei landesweiten Leistungstests in der Grundschule signifikant schlechtere

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige