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Politik

Mehr Aufklärung im Umgang mit Demenz notwendig

Donnerstag, 21. September 2017

/Alexander Raths, stock.adobe.com

Berlin – Die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen wächst, doch zu wenige wissen, wie man mit Betroffenen umgehen soll. Nach einer heute veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) sind 50 Prozent eher schlecht in der Lage, einem Demenzerkrankten in der Öffentlichkeit zu helfen. Das ZQP rief daher dazu auf, die Aufklärung über den Umgang mit der Krankheit zu intensivieren.

Der Umfrage zufolge ist der Wunsch, die eigene Hilfekompetenz zu verbessern, in der Bevölkerung verbreitet. 44 Prozent wollen demnach mehr über Umgang und Kommu­nikation mit Menschen mit Demenz erfahren. Bei den 18- bis 29-Jährigen waren es sogar 55 Prozent. Aber auch Wissen zu anderen Aspekten wie Vorsorge (58 Prozent) oder Therapie (53 Prozent) sei gefragt.

Wenige nutzen Pflegeberatung

Wie in anderen Pflegebereichen zeigt sich auch in dieser Befragung, dass Betreuer von Dementen zu wenig Hilfsangebote nutzen. Knapp ein Viertel der Befragten (24 Pro­zent), die Erfahrungen in der Unterstützung und Pflege eines nahestehenden Menschen mit Demenz haben, ließen sich dabei nicht helfen. Immerhin hatten 35 Prozent profes­sionelle Pflegeberatung in Anspruch genommen, 28 Prozent Kurzzeitpflege, 27 Prozent Verhinderungspflege und 23 Prozent Tagespflege.

In Deutschland leben schätzungsweise 1,6 Millionen Menschen mit Demenz – Tendenz steigend. Entsprechend viele Bundesbürger sind privat damit konfrontiert. Knapp zwei Drittel (61 Prozent) der Befragten gaben an, mindestens einen Menschen mit Demenz persönlich zu kennen oder gekannt zu haben. Gut jeder Zehnte (11 Prozent) unterstützt sogar einen Nahestehenden mit Demenz oder hat dies früher getan.

Demenz und speziell Alzheimer-Demenz gilt in der älter werdenden Gesellschaft als großes Problem. Der Sozialverband VdK Deutschland hat daher heute wiederholt eine Nationale Demenzstrategie gefordert, die nicht nur Prävention, Behandlung, Pflege und Rehabilitation von Erkrankten, sondern auch die Begleitung, Schulung und soziale Sicherung von pflegenden Angehörigen umfasst. Weitere wichtige Bausteine seien die Koordinierung von Forschung, medizinischer und pflegerischer Ausbildung, Öffent­lichkeitsarbeit und die Schaffung von wohnortnahen Versorgungsstrukturen.

„Die Phase der Einzelmaßnahmen, der Pilot- und Leuchtturmprojekte muss endlich in eine strukturierte Gesamtstrategie zum Wohle der an Demenz erkrankten Menschen und ihren Angehörigen münden. Es darf nicht noch mehr Zeit verstreichen“, sagte Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich des heutigen Welt-Alzheimertags. Zudem findet vom 18. bis 24. September 2017 zum dritten Mal die „Woche der Demenz“ unter der gemeinsamen Schirmherrschaft des Bundesfamilien- und -gesundheitsministeriums statt. © dpa/aerzteblatt.de

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