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Ausland

Ärzte ohne Grenzen sieht keine Entspannung der Cholera-Situation im Jemen

Mittwoch, 20. September 2017

Berlin – Ärzte ohne Grenzen sieht keine langfristige Besserung der Cholera-Epidemie im Jemen. Die Zahl der Infizierten steige wieder leicht an und die Grundversorgung bleibe katastrophal – es gebe kein funktionierendes Abwassersystem, zu wenig sauberes Wasser und es fehle an Wissen über die Krankheit in der Bevölkerung, sagte Tankred Stöbe, ehemaliger Präsident von Ärzte ohne Grenzen Deutschland und Mitglied im internationalen Vorstand der Organisation, heute in Berlin. „Geschätzte 700.000 Menschen haben sich infiziert, aber wir rechnen vor allem auf den Dörfern mit einer höheren Zahl.“

Darüber hinaus sei das an Saudi-Arabien, den Oman und den Golf von Aden grenzende Land vollkommen abgeriegelt. „Die Menschen vor Ort haben keine Chance zu fliehen. Ich habe so eine komplexe politische Lage noch in keinem anderem Land zuvor gesehen“, sagte Stöbe, der jüngst für mehrere Wochen als Arzt vor Ort war. Die Menschen müssten endlich wieder für ihre Arbeit bezahlt werden. Das bereits sehr arme Land verarme infolge des Konflikts weiter.

Im Jemen, dem ärmsten Land der arabischen Halbinsel, liefern sich seit Jahren schiitische Huthi-Rebellen und die sunnitisch geprägte Zentralregierung einen Machtkampf. Seit 2015 beteiligt sich auch Saudi-Arabien mit Luftangriffen gegen die Rebellen und hat seine Grenze zum Nachbarstaat dicht gemacht. Unterstützung gegen die Rebellen kommt aus weiteren arabischen Staaten sowie den USA, Großbritannien und Frankreich. © kna/aerzteblatt.de

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