NewsMedizinWiderhaken im Beckenboden von Frauen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Widerhaken im Beckenboden von Frauen

Mittwoch, 20. September 2017

Foto eines Operationspräparates: Mit dem Widerhaken ist das Band in dem die Vagina stützenden Gewebe fixiert worden. /Dr. Michele J. Atherton

Köln – Wer in einem Ratgeberbuch eine Operationsmethode anpreist, die Inkontinenz- und Beckenbodenbeschwerden von Frauen nachhaltig heilen soll, darf sich des Interesses vieler Leserinnen gewiss sein. Was aber, wenn das beworbene Verfahren bereits in anderen Ländern verboten wurde?

Eben dies ist beim Tissue Fixation System oder TFS der Fall, das in Deutschland nach wie vor verwendet wird, in Australien und den Vereinigten Staaten aber nicht mehr zugelassen ist. Es handelt sich um Kunststoffbänder, die mittels Widerhaken im Beckenboden fixiert werden, um schlaffes Gewebe wieder zu festigen.

Anzeige

Die überzeugten Anhänger der TFS-Methode sehen es als wichtige Alternative zu jenen Standardverfahren, die traditionell bei der Blasenschwäche zum Einsatz kommen. Die Kritiker wenden ein, dass vor allem die möglichen Schäden durch die Widerhaken zum Teil irreversibel sind und es an aussagekräftigen Studien fehle.

Sowohl in Australien als auch in den Vereinigten Staaten haben betroffene Patien­tinnen inzwischen den Klageweg beschritten. Ein Versuch des Herstellers, in Australien erneut die Zulassung zu erreichen, ist unlängst fehlgeschlagen. Deutsche Experten empfehlen daher, Patientinnen nur im Rahmen von wissenschaftlichen Studien zu behandeln. © mls/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

2. Dezember 2019
Berlin – Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) fordert, das neue Zervixkarzinom-Früherkennungsprogramm nicht wie vorgesehen Anfang des neuen Jahres zu starten. „Trotz vielfacher Bemühungen der
Gynäkologen wollen Screeningstart für Zervixkarzinom verschieben
2. Dezember 2019
Berlin – Kurze Zeit, nachdem der Prozess gegen das Pharmaunternehmen Ethicon (Johnson & Johnson) in Australien begleitet von einem starken Medienecho zu Ende ging, wurden die Links zu einer
Zur Panik wegen Netzimplantaten im Beckenboden besteht kein Grund
27. November 2019
Dachau – Medizinstudierende können die Anwendung des Ultraschalls jetzt ohne realen Patienten mit einer neuen Smartphone-App trainieren. „Der Ultraschall-Trainer ist darauf ausgelegt, Studierenden
App hilft beim Lernen des Nieren-Ultraschalls
21. November 2019
Sydney – Ein australisches Gericht hat den Pharmakonzern Johnson & Johnson heute der Fahrlässigkeit für schuldig befunden, weil er mangelhafte Beckenboden-Netzimplantate ohne ausreichende Tests
Johnson & Johnson droht Millionenzahlung wegen mangelhafter Beckenbodennetze
19. November 2019
Berlin – Das Landgericht Berlin hat eine leitende Oberärztin und einen ehemaligen, inzwischen pensionierten Chefarzt eines Berliner Klinikums wegen Totschlags zu Freiheitsstrafen von einem Jahr und
Gynäkologen wegen bewusster Tötung eines kranken Zwillingskindes zu Bewährungsstrafen verurteilt
30. Oktober 2019
Berlin – Immer öfter werden dem Nutzen künstlicher Netze zur Therapie eines schwachen Beckenbodens bei Frauen die möglichen schwerwiegenden Schäden entgegengehalten. In besonders tragischen Fällen von
Harninkontinenz und Gebärmuttervorfall: Netzimplantate für Frauen in der Kritik
20. September 2019
Rhode Island – Frauen mit einer Mischinkontinenz, die nach einer Operationen auch eine Verhaltens- und Beckenbodenmuskeltherapie abolvierten, hatten davon nur einen geringen Zusatznutzen. Die
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER