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Politik

Onlineprogramme sollten bei psychischen Erkrankungen stärker genutzt werden

Freitag, 22. September 2017

/sergeyshibut, stock.adobe.com

Leipzig – Forscher wollen den Einsatz von Onlineprogrammen bei psychischen Erkrankungen beschleunigen. Während Depressionen und andere psychische Erkrankungen inzwischen häufiger als früher erkannt würden und sich immer mehr Menschen Hilfe suchten, gebe es bei Fachärzten und Psychotherapeuten „zunehmende Versorgungsengpässe mit langen Wartezeiten“, erklärte Ulrich Hegerl, Vorstandschef der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, heute in Leipzig. Deshalb müsse die digitale Selbsthilfe ausgebaut werden, um das Versorgungsangebot zu ergänzen.

Die European Alliance Against Depression (EAAD) startete gemeinsam mit der Stiftung Deutsche Depressionshilfe deshalb ein Forschungsprojekt zum schnelleren und wirksameren Einsatz von internetbasierten Gesundheitsprogrammen zum Beispiel bei Depression. Bisher halten demnach viele solcher Programme gar nicht oder nur langsam Einzug in die Praxis. Die Stiftung verwies auf Schätzungen, wonach nur rund 14 Prozent aller neuen Entwicklungen im Gesundheitsbereich in der Routineversorgung ankommen – und das im Schnitt erst nach 17 Jahren.

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Mit dem Forschungsprojekt sollen Hemm- und Förderfaktoren für die Umsetzung von internetbasierten Gesundheitsprogrammen auf gesetzlicher, organisatorischer und politischer Ebene identifiziert werden. Bis 2020 soll dann eine Art Werkzeugkiste entstehen, die von verschiedenen Organisationen genutzt werden kann, um neue Angebote erfolgreich in die Breite zu bringen. An dem Forschungsvorhaben sind Organisationen in zehn Ländern beteiligt.

Ein Beispiel ist ein internetbasiertes Programm, das Betroffenen mit leichteren Depressionsformen hilft, ihre Erkrankung besser zu verstehen, und Übungen für den Alltag zeigt. So lernen sie zum Beispiel, den Schlaf zu regulieren, negative Gedanken­kreise zu durchbrechen oder positive Aktivitäten zu planen. Das Programm wird speziell geschulten Ärzten und Therapeuten für ihre Patienten zur Verfügung gestellt. © afp/aerzteblatt.de

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