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Politik

Krankenkassen kündigen Vertrag zur Zentrenförderung

Donnerstag, 21. September 2017

/fovito, stock.adobe.com

Berlin – GKV-Spitzenverband und Verband der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) haben den Vertrag zur Finanzierung von Zentren mit der Deutschen Krankenhaus­gesellschaft (DKG) gekündigt. Eine entsprechende Information sei zusammen mit der Aufforderung zur Neuverhandlung an die DKG geschickt worden, teilte der GKV-Spitzenverband heute mit.

Die Kassen begründen das Vorgehen mit bestehenden Mängeln bei der Erkennbarkeit der Qualität der Zentren. Man wolle die Konzentration von besonderen, versorgungs­relevanten Aufgaben an kompetenter Stelle fördern, begründete Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes. Dafür brauche es aber „klare Entscheidungskriterien und nicht nur ein Türschild, auf dem Zentrum steht“.

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Rund 200 Kliniken betroffen

Die Kassen bemängelten, dass es in Deutschland zwar rund 200 Kliniken gibt, die derzeit einen Zuschlag als Zentrum erhalten. Allerdings gebe es keine einheitliche Definition, was als Zentrum gelte. Sie fordern, dass diese zunächst erarbeitet werden und bundesweit gelten müssen. Da dies Zeit dauere, sollte die bisherige Übergangs­finanzierung der Zentren, die Ende 2017 ausläuft, bis 2018 verlängert werden, teilte die Kassenseite mit.

Hintergrund der Kündigung durch die Krankenkassen ist, dass der bestehende Vertrag durch eine Entscheidung der Bundesschiedsstelle entstanden ist. Diese hatte festgelegt, dass eine Klinik in der Krankenhausplanung der Länder als Zentrum ausgewiesen werden kann, ohne dass es weitere strukturierende Elemente geben muss. Die Kassen halten das für nicht gesetzeskonform.

Als gelungenes Beispiel und künftige Blaupause für die Entscheidung, wann die Bezeichnung Zentrum gerechtfertigt ist, betrachtet der GKV-Spitzenverband die Versorgung von Menschen mit seltenen Erkrankungen gelten. Das Nationale Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) habe bundeseinheitliche Kriterien entwickelt, auf deren Basis die Finanzierung für entsprechende Zentren erfolge, hieß es vom GKV-Spitzenverband. © may/EB/aerzteblatt.de

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