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Medizin

Kontinuierliche Glukosemessung vermindert Schwangerschafts­komplikationen bei Typ-1-Diabetike­rinnen

Montag, 25. September 2017

Toronto – Eine kontinuierliche Blutzuckermessung bei Müttern, die an einem Typ-1-Diabetes leiden, könnte die Zahl der Komplikationen bei Neugeborenen wesentlich senken. In The Lancet berichten Forscher um Erstautorin Denice Feig an der University of Toronto über die möglichen Vorteile des Verfahrens (2017; doi: 10.1016/S0140-6736(17)32400-5).

Eine kontinuierliche Glukosemessung (CGMS = Continuous Glucose Monitoring System) ist ein relativ neues Verfahren, welches zunehmend eine Alternative zu der herkömm­lichen Variante mit Lanzette und Teststreifen darstellt. Bei der kontinuierlichen Messung wird ein Sensor in das subkutane Fettgewebe eingebracht. Der Sensor ist mit einer Detektionsplatine verbunden und misst den Glukosegehalt der interstitiellen Flüssigkeit. Die Dauermessung der interstitiellen Flüssigkeit ermöglicht eine Aussage über den Blutzuckerwert vor 20 Minuten. Das Verfahren ist einfach in der Handhabung, lediglich der Sensor muss alle zwei Wochen gewechselt werden.

214 Probanden untersucht

214 schwangere Mütter mit Diabetes Typ 1 randomisierten die Forscher in zwei Gruppen. Eine Gruppe kontrollierte ihren Blutzucker per Teststreifen und Mess­gerät, während die andere Gruppe den Gewebszucker kontinuierlich messen ließ. Die Randomisierung begann in der zehnten bis zwölften Schwangerschaftswoche. Die Messungen wurden bis zum Ende der Schwangerschaft durchgeführt. 

Es zeigte sich, dass der HbA1c durch die kontinuierliche Messung nur um 0,2 Prozent fiel. Dennoch waren Mütter mit der kontinuierlichen Messung häufiger im normo­glykämischen Bereich (68 Prozent versus 61 Prozent) und seltener hyperglykämisch (27 Prozent versus 32 Prozent). In Bezug auf die Hypoglykämien waren die Gruppen vergleichbar. 

Allerdings nahm die Zahl der Schwangerschaftskomplikationen in der Gruppe der kontinuierlichen Messung ab. Die Kinder waren weniger häufig von einer Makrosomie betroffen (52 Prozent versus 69 Prozent), seltener intensivpflichtig (27 Prozentversus 43 Prozent) und seltener nach der Geburt hypoglykämisch (15 Prozent versus 28 Prozent). Die Kinder von Müttern der kontinuierlich gemessenen Gruppe verließen außerdem im Durchschnitt einen Tag früher das Krankenhaus. 

Die Forscher berichten, dass es lange Zeit schwierig war, das Outcome von Kindern diabetischer Mütter positiv zu beeinflussen. Mit der kontinuierlichen Glukosemessung könnte jetzt jedoch ein einfaches Mittel zur Verfügung stehen, das die Komplikations­rate nachweislich senke. © hil/aerzteblatt.de

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