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Ärzteschaft

Sekundenschlaf verursacht mehr tödliche Autounfälle als Alkohol

Montag, 25. September 2017

/lightpoet, stock.adobe.com

Münster – Laut einer aktuellen Befragung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) ist jeder vierte Autofahrer schon einmal am Steuer eingenickt. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) heute hinge­wiesen. „Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass auf deutschen Straßen mehr als doppelt so viele Menschen infolge Sekundenschlafs als infolge Alkohols am Steuer sterben“, erklärte DGSM-Vorstandsmitglied Hans-Günter Weeß.

Besonders nach einer durchwachten Nacht, in den frühen Morgenstunden sowie in monotonen Situationen wie auf der Autobahn drohe Sekundenschlaf.  Zudem wirke Schläfrigkeit beim Autofahren ähnlich wie Alkohol. Schon 17 Stunden ohne Schlaf beeinträchtigten das Reaktionsvermögen wie 0,5 Promille, 22 Stunden ohne Schlaf wie 1,0 Promille Alkohol im Blut.

Neben Schlafstörungen und Schlafmangel können aber auch körperliche Erkrankungen, Medikamentenwirkungen, klimatische Verhältnisse, Wegstrecke, Tageszeit oder Wochen­tag sowie die Ausstattung des Fahrzeuges den gefährlichen Sekundenschlaf verursachen. „Auf der Basis von Expertenmeinungen und vorsichtigen wissenschaft­lichen Schätzungen können wir davon ausgehen, dass viele Verkehrsunfälle unter der Beteiligung von Arzneimitteln, insbesondere Psychopharmaka, stattfinden“, warnte Weeß.

Im Rahmen einer DVR-Kampagne, die vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und weiteren Partnern wie der DGSM unterstützt wird, sollen Verkehrsteilnehmer für das Problem „Müdigkeit am Steuer“ sensibilisiert und Lösungs- beziehungsweise Kompensationsstrategien aufgezeigt werden. © hil/sb/aerzteblatt.de

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doc.nemo
am Dienstag, 26. September 2017, 08:18

Gegen Müdigkeit

gibt es nur ein einziges, wirksames Mittel: Schlaf!

Medikamenten induzierte Aufmerksamkeitsstörungen sollten nicht als Müdigkeit im engeren Sinn bezeichnet werden.
Schabert
am Montag, 25. September 2017, 21:10

Sekundenschlaf am Steuer

Um die Durchblutung im Gehirn zu verbessern, kann ein Kaugummi helfen. Ich wende dies häufig an.

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