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Ärzteschaft

Auch ältere Schlaganfall­patienten profitieren von einer Neurorehabilitation

Montag, 25. September 2017

/Robert Kneschke, stock.adobe.com

Leipzig – Auf die besondere Bedeutung der Neurorehabilitation nach einem Schlag­anfall hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) auf ihrer Jahrestagung in Leipzig hingewiesen. „Mit einer intensiven Rehabilitationsleistung steigen die Chancen auf einen erfolgreichen Neustart im Beruf wie im Privaten erheblich“, sagte der DGN-Präsident Gereon Fink auf dem Treffen. Dies gelte auch für ältere Patienten. Eine „Altersdiskriminierung ist bei Rehabilitationsleistungen daher fehl am Platz“, betonte der DGN-Präsident.

Die Neurorehabilitation nach Schlaganfall zielt darauf ab, dass Schlaganfallpatienten wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren oder in einen anderen Beruf einsteigen können. Gelingt dies nicht mehr oder ist der Patient nicht mehr berufstätig, zielt die Rehabilitation darauf ab, den Patienten eine möglichst vollständige Teilhabe und Autonomie in seinem Alltag zu ermöglichen.

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Bessere Rehaergebnisse möglich

„Ältere Menschen erhalten nach einem Schlaganfall in der Praxis allerdings oft nur eine beschränkte geriatrische Rehabilitation, während jüngere meist eine intensivere Neurorehabilitation bekommen“, sagte der Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie am Universitätsklinikum Köln. Dahinter stecke die Vorstellung, der ältere Mensch profitiere von einer intensiven Behandlung eher wenig oder sei sogar überfordert.

„Diese altersdiskriminierende These ist längst widerlegt“, so Fink: Ältere Schlaganfall­patienten profitierten nicht nur von der Neurorehabilitation, sie könnten sogar bis ins hohe Alter bemerkenswerte individuelle Fortschritte machen. „Wichtig ist, dass die Forschung zu innovativen Therapieansätzen in der Neurorehabilitation verstärkt wird“, betonte Fink. Erkenntnisse zur Plastizität des menschlichen Gehirns zeigten, dass noch bessere Rehabilitationsergebnisse möglich seien.

Der DGN-Präsident verwies in diesem Zusammenhang auf nicht invasive neuromodula­to­rische Verfahren wie die transkranielle Magnetstimulation (TMS) oder die trans­kranielle Gleichstromstimulation (TDCS), die begleitend zu Standardtherapieverfahren der Rehabilitation eingesetzt werden könnten. Studien legten nahe, dass sich mittels dieser Verfahren Sprach- und Bewegungsstörungen verbessern ließen.

„Der Schlaganfall ist die wichtigste Ursache erworbener Behinderungen in unserer Gesellschaft und damit der häufigste Grund für beruflichen und sozialen Rückzug“, sagte er. Neben der Prävention und der schnellen Versorgung bei einem Schlaganfall sei es daher auch wichtig, das Potenzial zur Rehabilitation noch besser auszuschöpfen, so der DGN-Präsident. © hil/aerzteblatt.de

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am Montag, 25. September 2017, 20:09

Rehamotivation und/oder Rehafähigkeit als Grundvorraussetztungen oft ungenügend

Es befinden sich zunehmend mehr geriatrische Schlaganfall-"Rehabilitanden/Innen" in neurologischer Rehabilitation, die eine grundsätzliche Motivation hierzu vermissen lassen, und daran ist nicht allein die Post-Stroke-Depression schuld: "Herr Doktor, wann komme ich denn heim? - Wie lange muß ich noch hierbleiben? - Ich wollte doch überhaupt nicht hier her, jetzt sind es schon über 6 Wochen (mit 2 Verlängerungsanträgen)! - Man hat nur gesagt, ich muß jetzt in die Reha!" sind nur einige Aussagen, die man häufig hört. Es kommt doch nicht darauf an, was die Neurorehabiitation tatsächlich noch mehr tun könnte, sondern was aufgrund der persönlichen Motivation der Rehabilitanden möglich ist. Das gilt für die geriatrische Reha gleichermaßen.
LNS

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