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Zeitfenster für Thrombektomie nach Schlaganfall länger als gedacht

Montag, 25. September 2017

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Leipzig – Die Zahl der Patienten, die nach einem Schlaganfall für eine Thrombektomie infrage kommen, ist offenbar deutlich größer als bisher angenommen. Das berichtete Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) auf dem Jahreskongress der Fachgesellschaft in Leipzig. Er bezog sich dabei auf Daten, die in den vergangenen Monaten auf internationalen Kongressen vorgestellt aber zu einem großen Teil noch nicht darüber hinaus publiziert worden seien.

Zunächst wies Diener darauf hin, dass mittlerweile sieben randomisierte Studien den Nutzen der mechanischen Thrombektomie im Zeitraum von höchstens sechs bis acht Stunden nach Symptombeginn belegten.

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Die sogenannte DAWN-Studie (Clinical Mismatch in the Triage of Wake Up and Late Presenting Strokes Undergoing Neurointervention With Trevo) habe jetzt untersucht, ob die Thrombektomie auch danach wirksam ist, in einem Zeitfenster zwischen sechs und 24 Stunden nach Beginn der klinischen Symptomatik oder bei unbekanntem Zeit­fenster.

„Die Studie, ursprünglich mit 500 Teilnehmern geplant, wurde wegen eindeutig positiver Ergebnisse nach 206 Patienten abgebrochen“, berichtete Diener in Leipzig. Die Patienten wurden im Median 13 Stunden, nachdem sie zuletzt gesund gesehen worden waren, behandelt. Die Rekanalisierungsrate betrug 84 Prozent. Einen Wert auf der modifizierten Rankin-Skala (mRS) von null bis zwei erreichten 48,6 Prozent der Patienten in der Thrombektomiegruppe und 13,1 Prozent in der konservativ behandel­ten Gruppe. Dies entspricht einer absoluten Differenz von 35,5 Prozent und einer relativen Risikoreduktion von 73 Prozent.

„Die Blutungsraten waren gering und die Sterblichkeit mit 18 Prozent in beiden Thera­pie­gruppen identisch“, so Diener. „Die DAWN-Studie hat damit ein für die Schlaganfall­therapie erstaunlich positives Ergebnis, das die Zahl der Patienten, die für eine Thrombektomie infrage kommen, deutlich zunehmen lassen wird“, so der Experte. © hil/aerzteblatt.de

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