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Medizin

Zika-Therapie: Dengue-Antikörper erfolgreich im Mausmodell

Dienstag, 26. September 2017

/sveta, stock.adobe.com

St. Louis – Antikörper von Menschen, die mit Dengue infiziert wurden, könnten auch gegen das Zikavirus helfen. Spezielle Varianten humaner monoklonaler Antikörper (mAK) gegen ein bestimmtes Dengue-Hüllprotein (E-Dimer-Epitop, EDE) hielten Zika­viren in infizierten Mäuse nicht nur unter Kontrolle. Sie schützen auch den ungebore­nen Nachwuchs vor einer Infektion, berichten Forscher der Washington University School of Medicine in St. Louis in Nature Immunology (2017; doi: 10.1038/ni.3849).

Zika- und Dengueviren im Vergleich

Beide Viren gehören zu den Flaviviridae. Sie werden über den gleichen Moskito über­tra­gen und treten in ähnlichen Regionen auf. Die Aminosäuresequenz des Hüllproteins (E) stimmt bei Dengue- und Zikaviren zu 54 bis 59 Prozent überein.

Eine einzige Dosis der mAK (EDE1-B10) bis zu fünf Tage nach der Zika-Infektion schütze die Tiere in den kommenden drei Wochen vor dem Tod, reduzierte das Viruslevel im Gehirn und in den Hoden. Auch die Spermienanzahl blieb bestehen. Neun von zehn ungeborenen Jungtieren überlebten, während in der Kontrollgruppe nur eines von zehn überlebte. Die Antikörper, die bekann­ter­maßen vor Dengueviren schützen, könnten somit auch bei Mäusen in einem frühen Infektionsstadium mit Zikaviren wirken, erklärt Gavin Screaton vom Imperial College in London.

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In einer früheren Studie hatten Forscher Antikörper in Blutproben entdeckt, die sowohl Dengue- als auch die verwandten Zikaviren angreifen und neutralisieren (Nature und mBio). Frühere Studien haben aber auch gezeigt, dass Menschen, die mit Dengue infiziert waren, mit einer stärkeren Reaktion auf eine Zika-Infektion rechnen müssen. Ursache dafür sind die bereits vorhandenen Antikörper, die ihre Abwehraufgabe jedoch nicht vollenden können. Der Mechanismus nennt sich antibody-dependent enhance­ment (ADE) und wurde 2016 in Nature Immunolgy beschrieben. Um diesen Mechanis­mus zu umgehen, haben die Forscher Varianten von EDE1-B10 und EDE1-C8 ent­wickelt, die ADE aushebeln und gleichzeitig die Fähigkeit zur Neutralisation der Zikaviren erhalten.

Lassen sich die Ergebnisse mit den leicht veränderten Antikörpern im Menschen replizieren, könnte dies eine Therapie sein, die sowohl gegen Zika- als auch gegen Dengue-Infektionen einsetzbar wäre. Zuvor müsse der potenzielle zweifach wirksame Zika-/Dengue-Impfstoff aber in Primaten getestet werden, teilt das Autorenteam mit. © gie/aerzteblatt.de

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