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78 Abteilungen für Herzchirurgie sind genug

Montag, 25. September 2017

/fivepointsix, stock.adobe.com

Berlin – In Deutschland gibt es 78 Fachabteilungen für Herzchirurgie – und mehr sind auch nicht notwendig. Das hat die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) betont. „Angesichts der nachgewiesen durchgängigen und flächendeckenden Patientenversorgung und der aktuellen Behandlungszahlen ist keinerlei Notwendigkeit für die Einrichtung weiterer Fachabteilungen für Herzchirurgie erkennbar“, sagte DGTHG-Präsident Wolfgang Harringer angesichts der Vorstellung neuer Daten.

Die Fachgesellschaft hat die herzchirurgischen Leistungszahlen, kategorisiert nach Eingriffen und Überlebensraten, für das Jahr 2016 veröffentlicht. Danach sind die koronaren Bypass-Operationen zurückgegangen – von 51.941 im Vorjahr (2015) auf 50.114 im Jahr 2016. Hintergrund dieser seit Jahren zu verzeichnenden Entwicklung sei, dass die koronare Herzkrankheit (KHK) in steigendem Maße durch eine Katheter­intervention mit Einsetzen eines Stents behandelt werde.

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Mehr Herzklappeneingriffe

„Dies ist nur bedingt nachvollziehbar, da die Ergebnisse diverser medizinischer Studien zeigen, dass die koronare Bypassoperation bei Befall mehrerer Herzkranzgefäße sowie bei komplexeren Verengungen der Herzkranzgefäße für den Patienten sowohl in Hinblick auf die Überlebensrate als auch auf die Lebensqualität die bessere Wahl ist“, hieß es aus der Fachgesellschaft. Zudem spiegelten sich diese Erkenntnisse auch in den aktuellen Empfehlungen wissenschaftlich-medizinischer Leitlinien wie der Nationalen Versorgungsrichtlinie „Chronische Koronare Herzkrankheit“ wieder. „Wir begrüßen ausdrücklich ein verbindlich strukturiertes Herzteam-Konzept. Für die Behandlung der KHK gibt es aus Sicht der Herzchirurgen noch weiteres Verbesse­rungspotenzial“, betonte Harringer.

Die Zahl der Herzklappeneingriffe steigt laut DGTHG dagegen an. „Die Aorten­klappenstenose ist derzeit die häufigste invasiv therapierte Herzklappenerkrankung, gefolgt von der Mitralklappeninsuffizienz“, erklärte der Präsident der Fachgesellschaft. Insbesondere durch den Einsatz kathetergestützter Therapieverfahren steige die Zahl der Eingriffe bei Patienten mit erworbenen Defekten der Herzklappen seit Jahren spürbar an. Wurden 2015 noch 32.346 Herzklappen-Operationen gezählt, waren es im vergangenen Jahr 33.451 – eine Steigerung von rund 3,4 Prozent.

Nahezu keine Änderung konnte die herzchirurgische Fachgesellschaft bei der Zahl der Herztransplantationen verzeichnen. So wurden 2016 291 Herztrans­planta­tionen durchgeführt, 215 waren es 283 Herztransplantationen. „Gegenüber dem Rekordjahr 1998, in dem der vorläufige Höchststand mit 526 Herztransplantationen erreicht worden war, ist das aktuelle Niveau mehr als bedenklich“, hieß es aus der Fachgesellschaft. © hil/aerzteblatt.de

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