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Ärzteschaft

Ärztekammer Thüringen übernimmt Sprachprüfung für ausländische Ärzte

Mittwoch, 27. September 2017

/Minerva Studio, stock.adobe.com

Jena  – Ausländische Ärzte, die in Deutschland praktizieren wollen, legen in Thüringen ihre Fachsprachenprüfung künftig bei der Thüringer Lan­des­ärz­te­kam­mer ab. Das gaben heute Kammer und Thüringer Landesverwaltungsamt bekannt, das in Thüringen die Approbationen erteilt. Bislang legten ausländische Ärzte den Test bei privaten Dienstleistern ab.

Ab Januar 2018 soll nun einheitlich für ganz Thüringen die Ärztekammer in Jena beurteilen, ob das Deutsch der Mediziner ausreicht, um in Deutschland zu praktizieren. In der einstündigen Prüfung müssen sich die Ärzte zunächst einem simulierten Patientengespräch stellen, dann einen Arztbrief verfassen und schließlich in einem Arzt-Arzt-Gespräch beweisen, dass sie die erforderliche Fachsprache ausreichend beherrschen.

„Die Sicherung der Qualität der Berufsausübung von Ärztinnen und Ärzten gehört zu unseren Hauptaufgaben“, sagte die Präsidentin der Lan­des­ärz­te­kam­mer Thüringen, Ellen Lundershausen. Sie nannte den Schritt „folgerichtig“, zumal die Kammer auch für den Patienten- und Arztschutz zuständig sei. „Unsere Patienten müssen sich auf uns Ärzte verlassen können, dass wir Befunde richtig erheben und erklären und auch weiterbehandelnden Ärzten übermitteln können“, erklärte Lundershausen. Aber auch für die Ärzte aus dem Ausland sei es wichtig, dass sie vor Fehlern aufgrund nicht ausreichender Kommunikationsfähigkeit geschützt werden.

Für das Landesverwaltungsamt vereinfacht der verbindliche Fachsprachentest das Approbationsverfahren und führt zu einer größeren Rechtssicherheit. „Statt wie bisher die Qualität der vorgelegten Zertifikate im Einzelfall zu prüfen, haben wir jetzt eine einheitliche und verlässliche Entscheidungsgrundlage“, sagte Frank Roßner, Präsident des Landesverwaltungsamtes als Approbationsbehörde.

„Die Lan­des­ärz­te­kam­mer hat sich sehr für eine zügige Integration der ausländischen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen in das ärztliche Berufsleben engagiert und sich entsprechend vehement für die Übernahme des fachspezifischen Sprachtests eingesetzt. Das ist jetzt erreicht“, zeigte sich die Thüringer Ge­sund­heits­mi­nis­terin Heike Werner erfreut. Mit der Vereinbarung sei sichergestellt, dass der Fachsprachtest für ausländische Antragsteller auf Approbation landesweit einheitlich auf hohem Niveau erfolgen werde.

© dpa/may/aerzteblatt.de

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