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Medizin

Herzinsuffizienz: Stammzellen aus Nabelschnur verbessern Herzfunktion

Donnerstag, 28. September 2017

Santiago/Chile – Die intravenöse Infusion von mesenchymalen Stammzellen, die aus Plazentas isoliert und in Zellkulturen vermehrt wurden, hat sich in einer Phase-1/2-Studie bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz als sicher erwiesen. Laut den in Circulation Research (2017; doi: CIRCRESAHA.117.310712) vorgestellten Ergebnissen kam es zu einer leichten, aber signifikanten Verbesserung der Herzleistung.

Die Möglichkeiten einer mesenchymalen Stammzelltherapie der Herzinsuffizienz werden seit etwa einer Dekade ausgelotet, bisher ohne durchschlagende Erfolge. Die meisten Zentren isolieren und kultivieren die Stammzellen aus Knochenmark­punktionen, für die es nicht leicht ist, Spender zu finden. Außerdem ist die Ausbeute an mesenchymalen Stammzellen häufig gering. 

Eine bisher wenig genutzte Alternative ist die Verwendung von Stammzellen aus Plazentas, die bei jeder Geburt anfallen und deshalb leicht und ohne ethische Beden­ken verfügbar sind. Präklinische Studien haben zudem gezeigt, dass mesenchymale Stammzellen herzspezifische Moleküle wie Troponin-I und  Connexin-43 exprimieren, sodass es zumindest vorstellbar ist, dass die Zellen sich in Herzmuskelzellen differen­zieren und die Auswurfleistung bei Patienten mit Herzinsuffizienz steigern könnten.

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Ein Team um Fernando Figueroa von der Universidad de los Andes in Santiago in Chile hat die Behandlung in einer placebokontrollierten Doppelblindstudie an 30 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz im Alter von 18 bis 75 Jahren untersucht, deren linksventrikuläre Auswurffraktion auf unter 40 Prozent abgefallen war.

Die Patienten erhielten eine einmalige Infusion, die bei jedem zweiten Patienten 1 Million mesenchymale Stammzellen pro Kilogramm Körpergewicht enthielt. In der anderen Gruppe wurde den Patienten zellfreies Blutplasma injiziert.

Der primäre Endpunkt waren Veränderungen der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF), die mittels Echokardiographie und Magnetresonanztomographie bestimmt wurden. Wie Figueroa berichtet, kam es in der Echokardiographie zu einer langsamen Verbesserung der LVEF. Sie lag nach drei Monaten um 3,71 Prozent höher als vor der Behandlung. Nach sechs Monaten registrierten die Kardiologen eine Zunahme um 5,43 Prozent und nach zwölf Monaten um 7,07 Prozent. In der kardialen Magnetresonanz­tomographie wurde nach sechs Monaten eine Zunahme um 4,67 Prozent registriert.

Die Verbesserungen zur Placebogruppe waren in beiden Untersuchungen statistisch signifikant und nach Ansicht von Figueroa auch klinisch relevant, da sie von einer Verbesserung der Lebensqualität begleitet wurden.

Das wichtigste Ergebnis war jedoch, dass die Behandlung offenbar gut vertragen wurde. Es kam laut Figueroa auch zu keiner Bildung von Alloantikörpern, die bei späteren Behandlungen zu Komplikationen führen könnten. Es bleibt abzuwarten, ob die Behandlung von größeren Zentren aufgenommen und in weiteren Studien evaluiert wird. Derzeit dürften die Fachgesellschaften kaum eine Empfehlung abgeben. © rme/aerzteblatt.de

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