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Politik

HIV-Neudiagnosen in Deutschland leicht gesunken

Donnerstag, 28. September 2017

/vchalup, stock.adobe.com

Berlin – Die Zahl der gesicherten HIV-Neudiagnosen in Deutschland ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr von 3.699 auf 3.419 gesunken. Das ist ein Rückgang um acht Prozent, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem HIV-Jahresbericht im Epidemiologischen Bulletin mitteilte. Allerdings bilde die Zahl der Meldungen für das vergangene Jahr eine Untergrenze der Neudiagnosen. Als Grund nannte das RKI, dass 958 Meldungen weder explizit als Neudiagnose noch als Mehrfachmeldung gekennzeichnet gewesen waren.

Die am stärksten betroffene Gruppe sind weiterhin homosexuelle Männer. Von den 3.400 Neudiagnosen wurden 1.725 in dieser Gruppe gezählt. Hier gibt es laut RKI aber seit einigen Jahren einen Rückgang. Insgesamt hat sich die Zahl der Neuinfektionen sowohl bei Männern als auch Frauen zurückentwickelt. Laut RKI waren unter den 3.419 HIV-Neudiagnosen im Jahr 2016 2.704 Männer. Das sind acht Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den Frauen war ein Rückgang um sechs Prozent auf 710 Betroffene zu verzeichnen. Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ohne Angaben zum Geschlecht lag 2016 bei fünf HIV-Neudiagnosen.

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Metropolen besonders betroffen

Mit dem Rückgang der Neudiagnosen hat sich auch die Zahl der Inzidenz, also die Anzahl der Fälle pro 100.000 Einwohner, verändert. Lag diese bei Männern 2015 noch bei 7,3 Fällen, waren es im vergangenen Jahr 6,7. Bei Frauen lag diese 2016 bei 1,7 (2015: 1,8). Wenig Unterschiede gab es im Alter: Der Altersmedian bei Männern lag dem RKI zufolge 2016, wie im Jahr zuvor, bei 37 Jahren. Bei Frauen lag er bei 34 Jahren.

Die meisten Neufinfektionen gab es je 100.000 Einwohner in Hamburg, Berlin und Bremen, gefolgt von Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Die niedrigsten Inzidenzen wiesen Thüringen, Schleswig-Holstein und das Saarland auf.

Die Deutsche Aids-Hilfe wies darauf hin, dass die Zahl der Neudiagnosen nicht automatisch eine gesunkene Zahl der Neuinfektionen bedeute. Die Zahl spiegele lediglich, wie viele Menschen erstmals positiv auf HIV getestet wurden. „Die Infektion kann dabei schon Jahre zurück liegen. Andere Menschen haben sich im letzten Jahr infiziert, aber noch kein positives Testergebnis erhalten“, schreibt die Aids-Hilfe heute.

Zur Bewertung des Infektionsgeschehens sei die Zahl der HIV-Neuinfektionen im Jahr 2016 ausschlaggebend. Diese Zahl werde vom RKI nach einer komplexen Interpretation epidemiologischer Daten geschätzt und erst im November in einem weiteren Bulletin veröffentlicht, erläuterte die Aids-Hilfe weiter.

© may/aerzteblatt.de

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