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Politik

Fachgesellschaft kritisiert STIKO-Empfehlung zu Zoster-Impfung

Donnerstag, 28. September 2017

/dpa

Berlin/Jena – Die Ständige Impfkommission (STIKO) im Robert Koch-Institut (RKI) hat kürzlich Empfehlungen zur Zoster-Impfung herausgegeben. Der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) übte daran nun Kritik. Ihr gehen die Empfehlungen nicht weit genug.

„Es wird keine allgemeine Anwendung des Herpes-Zoster-Lebendimpfstoffs als Standardimpfung zur Verhütung von Herpes Zoster, seinen Komplikationen und Spätfolgen beim Erwachsenen empfohlen“, bemängelte die Sprecherin der DGG-Arbeitsgruppe Impfen, Anja Kwetkat. „Wir halten eine Impfung mit dem attenuierten Lebendimpfstoff entsprechend der Zulassung auch für alte Menschen für sinnvoll“, betonte die Chefärztin der Klinik für Geriatrie am Universitätsklinikum Jena.

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Impfschutz nimmt im Alter ab

Die STIKO argumentiert in ihren aktuellen Empfehlungen hingegen, dass zwar die Wahrscheinlichkeit an Herpes zoster zu erkranken und die Schwere der Erkrankung mit dem Alter deutlich zunähmen, jedoch die Wirksamkeit der Impfung mit zunehmendem Alter abnehme.

Diese reiche von 70 Prozent bei den 50- bis 59-Jährigen, über 41 Prozent bei den 70- bis 79-Jährigen, bis zu weniger als 20 Prozent bei den über 80-Jährigen. Zudem sei die Schutzdauer der Impfung nur für wenige Jahre belegt. Wegen des geringen Übertra­gungsrisikos einer Herpes-Zoster-Infektion sei außerdem durch die Impfung keine epidemiologisch relevante Herdenimmunität beim Erwachsenen oder älteren Erwachsenen zu erwarten, so die STIKO-Argumentation.

Auch aus Sicht der DGG ist eine Wirksamkeit der Impfung von 41 Prozent bei den 70- bis 79-Jährigen nicht optimal. „Berücksichtigt man die hohe Inzidenz der Erkrankung in dieser Altersgruppe, können durch die Impfung trotzdem viele Fälle von Herpes Zoster und damit auch viele Neuralgien verhindert werden“, argumentierte die Fachgesell­schaft. Der Impfschutz halte bis zu sieben Jahre an, was aus Sicht der AG Impfen der DGG im Vergleich zu vielen anderen Impfungen bei alten Menschen eine ausreichende Schutzdauer ist.

Die Arbeitsgruppe machte zudem deutlich, Herpes Zoster könne gerade bei alten Menschen zu schwerwiegenden Komplikationen führen, insbesondere zu einer teilweise langanhaltenden Neuralgie. Diese Zoster-Schmerzen könnten trotz adäquater Therapie über Monate, teilweise über Jahre, fortbestehen – die Auswirkungen der Erkrankungen seien also gravierend, meint die DGG. © hil/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 10. Juli 2019, 16:15

I am sorry

PS: I am sorry, dieser Beitrag sollt hier hin; war ein Versehen ihn unter den o.g. Artikel zu posten:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/104543/Bundeskabinett-will-Masernimpfpflicht-beschließen
Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 10. Juli 2019, 16:12

Juristisches Glatteis

Na klar fordern viele Politiker die Impfpflicht, weil sie Umfragen lesen können (die Mehrzahl der Bürger ist dafür) und sich so mancher als "Macher" im Vergleich zu AKK positionieren will. Aaaaaaaaaber juristisch wird das kaum haltbar sein, denn :

https://www.individuelle-impfentscheidung.de/impfpflicht/die-impfpflicht-rechtliches.html
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