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Ärzteschaft

Langsames Internet bremst Telemedizin aus

Montag, 2. Oktober 2017

/dpa

Frankfurt – Auf die Vorteile und neuen Möglichkeiten der Digitalisierung in der Medizin hat die Landesärztekammer Hessen hingewiesen. „Der Vorwurf, die Ärzteschaft wolle technische Innovationen und Entwicklungen ausbremsen, ist völlig falsch. Wir sind vielmehr offen für sinnvolle technische Anwendungen, die zur Verbesserung der medizinischen Versorgung beitragen“, sagte der Präsident der Kammer, Gottfried Knoblauch zu Hatzbach, heute in Frankfurt.

Allerdings dürfe die Technik nicht zum Selbstzweck werden. „Unsere Aufgabe als Ärzte ist es, die Entwicklungen nach ihrem Nutzen für den Patienten zu beurteilen und den Schutz der sensiblen Gesundheitsdaten in den Fokus der Debatte zu rücken“, betonte der Kammerpräsident.

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Voraussetzung für die Umsetzung der digitalen Anwendungen sei jedoch eine funktionierende telematische Infrastruktur. „Doch noch fehlt ein flächendeckendes, schnelles und hochleistungsfähiges Internet. Gerade auf dem Land, wo sich der Ärztemangel bereits bemerkbar macht, muss die technische Infrastruktur jedoch zuverlässig zur Verfügung stehen“, sagte Knoblauch zu Hatzbach.

Auch der Austausch von Patienteninformationen zwischen verschiedenen Institutionen im Gesundheitswesen sei bislang nicht sicher, da es keine einheitlichen Schnittstellen gebe, die das problemlose und sinnvolle Ineinandergreifen unterschiedlicher Systeme und Anwendungen ermöglichten. „Hier sind noch einige Hürden zu überwinden. Die Politik muss die Rahmenbedingungen für die Nutzung telemedizinischer Anwendungen schaffen“, forderte der Kammerpräsident.

Er wies daraufhin, dass technische Anwendungen lediglich eine Ergänzung im ärztlichen Arbeitsalltag sein könnten. „Wir müssen uns bewusst machen, dass E-Health den persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt nicht ersetzen wird“, so von Knoblauch zu Hatzbach. © hil/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Claas Hüttenrauch
am Montag, 2. Oktober 2017, 19:55

Deutschland landesweit technisch deutlich in Verzug!

Bis anhin ist die erforderliche "Breitband-Technik" von maßgeblicher Seite (Politik als Finanzier der notwendigen Rahmenbedingungen) versäumt worden:

Schweiz im EU-Vergleich weit vorne beim Breitband-Ausbau :
"...Knapp 93 Prozent aller Haushalte verfügten 2016 hierzulande über einen Breitbandanschluss von mindestens 30 Megabit pro Sekunde. In der EU sind es im Durchschnitt nur gerade rund 39 Prozent, die das schnelle Internet nutzen können....
Auffällig ist dabei, dass in der Eidgenossenschaft auch der Highspeed-Ausbau in den ländlichen Gebieten weit fortgeschritten ist, wie der Verband für Kommunikationsnetze, Suissedigital, in einer Meldung zur Studie schreibt. ...
Zudem sei die Schweiz eines von vier Ländern mit einer Kabelabdeckung von über 80 Prozent aller Haushalte", heisst es in der EU-Studie. In der ISI-Studie wird das Vorgehen der Schweiz beim Ausbau gelobt und der "Multi-Stakeholder-Ansatz für einen koordinierten Glasfaserausbau"..."
http://www.inside-it.ch/articles/48018

Breitband-Technik mit dezentraler medizinischer Versorgung und Schweigepflicht-beachtende Administration wäre mE in D längst überfällig - statt das zentralistische, unsichere, anfällige, veraltete eCard-Monster-Projekt in D weiter zu verfolgen .

Ein Beispiel. Der ÄND berichtete kürzlich:
"...Mit cleveren Ideen sollen Lücken bei der ärztlichen Versorgung in ländlichen Regionen gestopft werden. Im Kreis Vorpommern-Greifswald starte ein Pilotprojekt mit einer App, von dem etwa 70 Landkreise in Deutschland profitieren könnten...
...Größtes Problem in den ländlichen Regionen ist allerdings bislang das lückenhafte Funknetz. Der Kreis Vorpommern-Greifswald setzt darauf, dass diese Lücken möglichst zügig geschlossen werden..."

Lebensretter-App auf dem Land ?
Träumen Sie da mal schön weiter in Vorpommern-Greifswald!
Deutschland, der ehemalige Spitzenreiter und starke Mann in Europa - infrastrukturell nach 3 Merkel-Regierungsperioden mittlerweile abgeschlagen auf den hinteren Rängen....
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