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Ärzteschaft

Ärztekammer Westfalen-Lippe fordert Maßnahmen gegen Organspendenmangel

Montag, 2. Oktober 2017

Münster – Mehr Anstrengungen dafür, die Zahl der Organspender in Deutschland zu steigern, fordert die Ärztekammer Westfalen-Lippe. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens der gemeinnützigen Stiftung Eurotransplant erneuerte der Präsident der Kammer, Theodor Windhorst, seine Kritik an der in Deutschland geltenden Informa­tionslösung, die noch keine nachhaltige Besserung der Situation für die Organspende gebracht habe.

„Im Gegenteil: Die Spendebereitschaft nimmt weiter ab. Deutschland ist nach wie vor Organ-Importland“, kritisierte Windhorst. Der Kammerpräsident hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für eine Widerspruchslösung ausgesprochen. Danach würde jeder grundsätzlich als Organspender gelten, es sei denn, der Betreffende habe ausdrücklich das Gegenteil verfügt.

Strukturverbesserungen notwendig

Aber auch die strukturellen und finanziellen Voraussetzungen für Organspenden in Krankenhäusern müssten weiter verbessert werden, forderte Windhorst. „Die Transplantationsbeauftragten in den Kliniken brauchen bessere Bedingungen zur Erfüllung ihrer Aufgaben“, sagte er in Münster. Dazu gehörten mehr Personal sowie die Stärkung der Transplantationsbeauftragten durch Freistellung und Gewährleistung ihrer unabhängigen Funktion. „Transplantationsbeauftragte müssen für ihre Arbeit aus dem Routinebetrieb eines Krankenhauses herausgenommen werden und autarker als bisher agieren können“, so der Kammerpräsident. 

Die 1967 gegründete Stiftung Eurotransplant ist als Service-Organisation verant­wortlich für die Zuteilung von Spenderorganen in den Benelux-Staaten Belgien, Niederlande und Luxemburg sowie Deutschland, Kroatien, Österreich, Ungarn und Slowenien und arbeitet dafür eng mit den Organspende-Organisationen, Trans­plantationszentren, Laboratorien und Krankenhäusern zusammen. Die unabhängige Zuteilung von Organen basiert ausschließlich auf medizinischen und ethischen Gesichtspunkten.

Die Zahl der Organspenden war in Deutschland zuletzt weiter gesunken. Im ersten Halbjahr 2017 spendeten 412 Menschen ihre Organe, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation im Juli bekannt gab. Das war demnach die geringste Zahl an Spendern in einem Halbjahr, die jemals gemessen wurde. Im Vergleichs­zeit­raum des Vorjahres waren es 421 Spender, 2011 noch 575.

Auch die Zahl der gespendeten Organe ging zurück. Sie fiel von 1.397 im ersten Halbjahr 2016 auf jetzt 1.331. Die Zahl der transplantierten Organe sank im gleichen Zeitraum von 1.448 auf 1.410.  © hil/aerzteblatt.de

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