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Internisten weisen auf Muskelabbau im Alter hin

Freitag, 29. September 2017

/Halfpoint, stock.adobe.com

Wiesbaden – Muskelabbau im Alter – die Sarkopenie – ist laut der Deutschen Gesell­schaft für Innere Medizin (DGIM) ein weithin unterschätztes Gesundheitsproblem. Der Rückgang von Muskelmasse und -funktion führe zu Gebrechlichkeit, Schwäche und Balancestörungen. Stürze und Knochenbrüche könnten die Folge sein. Darauf weist die Fachgesellschaft anlässlich des internationalen Tages des älteren Menschen am 1. Okto­ber 2017 hin.

Etwa ab dem 30. Lebensjahr beginnt ein physiologischer Umbau von Muskulatur in Fettgewebe von 0,3 bis 1,3 Prozent/Jahr. „Unternimmt man nichts dagegen, gehen so rund 30 bis 50 Prozent der Muskelmasse bis zum 80. Lebensjahr schleichend verloren“, warnte Cornel Sieber, Vorsitzender der DGIM 2017/2018 und Chefarzt der Klinik für allgemeine Innere Medizin und Geriatrie am Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg und Direktor des Instituts für Biomedizin des Alterns der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

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Kein Problembewusstsein, auch nicht bei Ärzten

Dennoch sei das Problembewusstsein für Sarkopenie, auch unter uns Ärzten, „bislang eher gering“, so Sieber. Er wies daraufhin, dass körperliches Training dem Muskelabbau entgegenwirke. „Muskelaufbau ist bis ins höchste Alter möglich“, so der Geriater. Optimal sei eine gezielte körperliche Aktivität von 150 Minuten pro Woche, aufgeteilt in fünf Einheiten an verschiedenen Tagen. 

Auch mit guter Ernährung lasse sich die Sarkopenie bremsen. „Im Alter kann der Körper Eiweiß schlechter verwerten. Gleichzeitig benötigt er mehr davon“, erklärte Sieber. Deshalb sollten ältere Menschen gezielt mehr davon zu sich nehmen. Er empfiehlt eine tägliche Proteinzufuhr von 1,0–1,2 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht. Dies ist mehr als die für gesunde Erwachsene empfohlene Menge von 0,8 Gramm pro Kilo­gramm Körpergewicht pro Tag.

„Sarkopenie als Risikofaktor für funktionelle Einbußen sollte angegangen werden, bevor die Patienten irreversible Einschränkungen erleiden“, sagte auch der General­sekretär der DGIM, Ulrich Fölsch, aus Kiel. „Gerade vor dem Hintergrund der zuneh­menden Alterung unserer Gesellschaft ist hier ein Umdenken aller Beteiligten – Ärzte, Pflegekräfte, Physiotherapeuten und Patienten – in Richtung Prävention erforderlich“, betonte er. © hil/aerzteblatt.de

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