Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Hypertonie in der Schwangerschaft fördert Adipositas der Kinder

Freitag, 29. September 2017

/dpa
Qingdao – Ein erhöhter Blutdruck in der Schwangerschaft kann möglicherweise dazu führen, dass das Kind bereits im Vorschulalter eine Adipositas entwickelt. Dies kam in einer prospektiven Beobachtungsstudie im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism (2017; doi: 10.1210/jc.2017-01500) heraus.

Die „Jiaxing Birth Cohort“ begleitet seit 1999 eine Gruppe von mittlerweile mehr als 300.000 Kindern seit der Schwangerschaft ihrer Mütter. 88.406 Kinder haben bereits das Vorschulalter erreicht, und jedes Zehnte von ihnen ist mittlerweile übergewichtig oder fettleibig. Die Gründe hierfür sind sicherlich nicht nur in der Schwangerschaft der Mütter zu suchen, doch der Blutdruck der Mütter könnte einen gewissen Anstoß für die Gewichtsprobleme der Jungen und Mädchen gehabt haben, wie jetzt eine Analyse der Daten durch Ju-Sheng Zheng von der Universität Qingdao in der Provinz Shandong (früher Schantung) zeigt.

Jeder Anstieg des diastolischen Blutdrucks der Schwangeren im zweiten beziehungs­weise dritten Trimenon um 10 mmHg erhöhte das Risiko auf ein Übergewicht um 5 Prozent. Für den systolischen Blutdruck ermittelte Zheng einen Anstieg um 8 bezie­hungs­weise 6 Prozent pro 10 mmHg. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl waren die Odds Ratios signifikant.

Für die Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft erstmals an einer Hypertonie erkrankten, stieg das Übergewichtsrisiko sogar um 49 Prozent für eine Diagnose im zweiten und um 14 Prozent für die Diagnose im dritten Trimenon.

Auf welche Weise der erhöhte Blutdruck die Entwicklung der Kinder beeinflusst, konnte die Studie nicht klären. Es ist aber bekannt, dass die Hypertonie – vor allem wenn sie Teil einer Gestose ist – die vorgeburtliche Entwicklung stört und das Geburtsgewicht vermindert. Tatsächlich konnte Zheng einen Teil der Assoziation auf ein vermindertes Geburtsgewicht zurückführen. Vorstellbar ist, dass die Mangelversorgung des Kindes zu epigenetischen Veränderungen führt, die später Appetit und Stoffwechsel des Kindes stören. Diese Zusammenhänge könnten in einem nächsten Schritt in tierexperi­mentellen Studien untersucht werden. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

14. Juni 2018
Paris – Britische Staatsangestellte, die im Alter von 50 Jahren einen erhöhten Blutdruck hatten, erkrankten im Alter von 75 Jahren häufiger als andere an einer Demenz. Das Risiko war laut einer
Hoher Blutdruck mit 50 Jahren erhöht Demenzrisiko im Alter
12. Juni 2018
Boston – Eine chemische Modifikation von Sucralfat, einem seit den 1980er-Jahren eingesetzten Schleimhautprotektivum, hat in präklinischen Studien in Nature Materials (2018; doi:
Pille statt Operation? Medikament vermindert Glucoseresorption im Darm
8. Juni 2018
Palo Alto/Kalifornien – Der Nachweis der zellfreien RNA von 9 Genen hat in einer Studie in Science (2018; 360: 1133–1136) das Alter einer Schwangerschaft ebenso präzise bestimmt wie eine
Bluttests können Geburtstermin und (vielleicht auch) Frühgeburt voraussagen
7. Juni 2018
Philadelphia – Eine Vorbehandlung mit Mifepriston erhöht nach einem Fruchttod in der Frühschwangerschaft die Chance, eine Ausstoßung des Gestationssacks mit einer Misoprostolbehandlung zu erreichen
Frühe Fehlgeburt: Mifepriston plus Misoprostol erleichtern Abort
6. Juni 2018
München – Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) hat Frauen davor gewarnt, einen Kinderwunsch auf ein höheres Alter zu verschieben. Hintergrund sei, dass immer mehr Frauen die Erfüllung ihres
Kinderwunsch nicht auf das Alter 40+ verschieben
31. Mai 2018
Potsdam-Rehbrücke – Adipöse Frauen haben auch dann ein erhöhtes Risiko auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wenn sie über Jahrzehnte keine weiteren Stoffwechselrisiken aufweisen und deshalb als
Studie stellt metabolisch gesunde Adipositas infrage
30. Mai 2018
Baltimore – Die Entwicklung der Schizophrenie wird sowohl von Genen als auch von Umweltfaktoren beeinflusst. Beide Faktoren wirken sich einer Studie in Nature Medicine (2018; doi:
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige