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Politik

Linke mahnen zu schnellerer Genehmigung von Mutter-/Va­ter-Kind-Kur

Montag, 2. Oktober 2017

/Tropical studio, stock.adobe.com

Berlin – Die Linken haben eine schnellere und unbürokratischere Bearbeitung von Eltern-Kind-Kuren angemahnt. „Rehamaßnahmen müssen schnell entschieden werden. Verzögerung macht nicht selten chronisch krank“, sagte die stellvertretende Vorsitzen­de der Linken-Fraktion, Sabine Zimmermann. Sie betonte, es bestehe zwar ein gesetz­licher Anspruch für die Eltern, dennoch gebe es oft einen bürokratischen Kampf mit den Krankenkassen.

Nach einer Antwort der Bundesregierung auf eine Linken-Anfrage stellten im vergangenen Jahr 152.086 Familien einen Antrag auf eine Mutter-/Vater-Kind-Kur. Das sind rund 5.000 Erstanträge mehr als 2015. Dennoch ist die Gesamtzahl der Erstan­träge seit 2014 (158.962) gesunken. Gleichzeitig stieg die Zahl der Ableh­nun­gen seit 2014 um 5.391 auf 23.647, also um 29,5 Prozent.

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Unerledigte Anträge

Um mehr als 4.000 Fälle wuchs seit 2014 die Zahl der unerledigten Anträge aus den Vorjahren auf 14.802. Dabei war es von 2008 bis 2013 gelungen, die unerledigten Anträge von 14.737 auf 8.673 Anträge zu drücken.

Von 2008 bis 2011 lag die Zahl der abgelehnten Anträge laut Regierungsantwort zwischen 37.000 und gut 43.000. Ab 2012 sei die Antragsstatistik grundlegend überarbeitet worden. Ablehnungen würden seither daraufhin unterschieden, ob sie aus medizinischen oder sonstigen Gründen geschahen. Seither sind die Ablehnungen laut Regierung auf etwas mehr als 17.000 gesunken (2013) und stiegen dann wieder auf mehr als 23.600.

„Wer den Widerspruch scheut, wird aussortiert. Das ist Kosten­dämpfungspolitik auf dem Rücken der schwächsten Versicherten“, interpretierte Zimmermann die Zahlen. Viel Vertrauen der Kostenträger in die diagnostische Kompetenz der Ärzte scheine es nicht zu geben. Familie und Beruf seien für viele Menschen kaum vereinbar. Mit den negativen Folgen dieser gesundheitsbelastenden Politik werden die Familien dann auch noch allein gelassen. Dem Dogma des Wettbewerbs der Krankenkassen sei Dank“, so Zimmermann. © dpa/aerzteblatt.de

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