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Ausland

Madagaskar verkündet Notfallplan gegen die Pest

Montag, 2. Oktober 2017

/dpa

Antananarivo – Mit einem Notfallplan will die Regierung Madagaskars eine weitere Ausbreitung der derzeit grassierenden Pest verhindern. Regierungschef Olivier Mahafaly Solonandrasana gab bekannt, bis auf weiteres seien alle Kundgebungen und Demonstrationen in der Hauptstadt untersagt. Allein in Antananarivo waren in den vergangen Tagen sechs Menschen an der Pest gestorben.

Das Versammlungsverbot gelte zunächst als provisorische Maßnahme. Die Regierung werde nun genau beobachten, wie „sich der Kampf gegen diese Krankheit weiter entwickelt“. Auch an den Flughäfen des Landes sowie den Sammelplätzen für Busse und Taxis würden Maßnahmen getroffen, um Panik zu verhindern und die Krankheit in den Griff zu bekommen, sagte der Regierungschef nach einem Treffen mit Experten der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) und der internationalen Geldgeber.

Nach neuen Angaben des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums in Antananarivo starben in Madagaskar binnen eines Monats bereits 24 Menschen an der Pest. Der erste Todesfall war am 28. August registriert worden. In dem Inselstaat vor der Ostküste Afrikas gibt es jedes Jahr Pest-Wellen. Die Krankheit wird meist durch Ratten übertragen. Experten machen schlechte Hygiene und mangelhafte Gesundheitsversorgung für die immer wieder auftretenden Pest-Fälle auf der Insel verantwortlich.

Der Inselstaat vor der südöstlichen Küste Afrikas weist seit Jahren die meisten Pest-Fälle weltweit auf, vor allem Fälle von Beulenpest. Der Erreger wird oft von Ratten übertragen, zumeist in ländlichen Gebieten. Bei einer frühen Diagnose sind die Heilungschancen der Beulenpest durch Antibiotika sehr hoch. Seit 2010 zählte die WHO in Madagaskar trotzdem rund 500 Pest-Tote.

Bedeutend seltener, aber gefährlicher ist die Lungenpest. Sie kann über die Atemluft von Mensch zu Mensch übertragen werden. Symptome sind unter anderem Husten und blutiger Auswurf. Unbehandelt führt die Lungenpest der WHO zufolge immer zum Tod.

© dpa/afp/aerzteblatt.de

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