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Ausland

Pest: Sorge um Ausbreitung auf andere Länder

Mittwoch, 4. Oktober 2017

/dpa

Genf – Die derzeit in Madagaskar auftretende Pest könnte sich nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) auch auf andere Länder in der Region ausbreiten. Wegen der zahlreichen Flugverbindungen bestehe durchaus die Gefahr, dass die hoch ansteckende Seuche auch die Nachbarinseln im Indischen Ozean erreicht, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier in Genf. Allerdings sei die Gefahr nur „mäßig hoch“, deshalb gebe die WHO keine Reisewarnung aus. Die Gefahr einer Ausbreitung über die Region hinaus stufte Lindner als „niedrig“ ein.

Der jüngste Ausbruch sei aus zwei Gründen besorgniserregend, so die WHO. Zum einen seien dieses Mal vor allem Hafenstädte mit hoher Bevölkerungsdichte sowie die Hauptstadt Antananarivo mit zwei Millionen Einwohnern betroffen. Zum anderen hätten ungewöhnlich viele Menschen die Lungenpest, nicht die normalerweise verbreitete Beulenpest.

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Während Beulenpest sich durch den Biss von Ratten oder Mücken ausbreite, steckten sich Lungenpest-Kranke gegenseitig an. Insgesamt zählte die WHO 131 Pest-Fälle seit August, 24 Menschen seien gestorben. Davon waren 73 Menschen an Lungenpest erkrankt. Zwei Tage zuvor waren es erst 114 Fälle und 21 Tote.

Auf Madagaskar gibt es jedes Jahr Pest-Wellen. Die Krankheit wird meist durch Ratten übertragen. Experten machen schlechte Hygiene und mangelhafte Gesundheits­versorgung für die immer wieder auftretenden Pest-Fälle auf der Insel verantwortlich. Bei der Pest vergiften Bakterien das Blut. Es kann zu Nieren- und Leberversagen kommen. Die Krankheit verläuft oft tödlich. Patienten können aber bei Früherkennung mit Antibiotika behandelt werden. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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