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Politik

Trotz Fachkräftemangel: Ausbildung zum Therapeuten kostet bis zu 20.000 Euro

Mittwoch, 4. Oktober 2017

/Fotoimpressionen, stock.adobe.com

Köln – Eine kostenfreie Ausbildung für Physio- und Ergotherapeuten, Podologen und andere Heilmittelerbringer fordert der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV). „Fachkräftemangel ist auch eine Frage des Geldes schon während der Ausbildung.

Ein wichtiger Schritt zur Sicherung der therapeutischen Patientenversorgung ist eine kostenfreie Ausbildung für Therapieberufe. Dieser politische Schritt ist längst überfällig“, mahnte der Verband heute in Köln. Dem Spitzenverband gehören drei physiotherapeutische Verbände, ein ergotherapeutischer Verband und ein podolo­gischer Verband an. Er vertritt damit bundesweit nach eigenen Angaben mehr als 75.000 Therapeuten.

Viele können sich die Ausbildung nicht leisten

Der SHV betonte, dass Therapieberufe genauso wie die Pflegeberufe zum Wohle der Patienten wertgeschätzt werden müssten – dazu gehöre eine kostenlose Ausbildung. „Dieses Wahlversprechen muss sich nun im Koalitionsvertrag wiederfinden und dann auch umgesetzt werden. Es kann nicht länger sein, dass die Rahmenbedingungen viele junge Menschen davon abhalten, einen therapeutischen Beruf zu erlernen. Viele können es sich schlicht nicht leisten“, erklärte die stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, Andrea Rädlein.

Sie wies daraufhin, dass der Bedarf an Therapie in Deutschland wegen der demogra­fischen Entwicklung ständig steige. „Deshalb brauchen wir mehr Therapeuten um die flächendeckende und wohnortnahe Patientenversorgung sicherzustellen“, so Rädlein.

Vor einem gravierenden Mangel an Fachkräften im Gesundheitswesen warnte Anfang der Woche auch die Hochschule Fresenius. Sie bezog sich dabei auf eine eigene Umfrage zur Arbeitszufriedenheit von Physiotherapeuten, Logopäden und Ergothera­peuten. Demnach ist jeder vierte der rund 1.000 befragten Therapeuten aus seinem Beruf ausgestiegen, fast die Hälfte denkt aktuell darüber nach.

Die Gründe dafür sind laut der Befragung vor allem unzureichende Verdienstmög­lichkeiten sowie mangelnde Perspektiven. Vor allem Logopäden (50 Prozent) und Physiotherapeuten (51 Prozent) tragen sich laut der Umfrage mit dem Gedanken an einen Berufswechsel. „Die Zahlen sind mehr als ernüchternd“, kommentierte Sabine Hammer, Dekanin des Master-Studiengangs Therapiewissenschaften an der Hochschule Fresenius, die Umfrageergebnisse.

© hil/aerzteblatt.de

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