NewsPolitikTrotz Fachkräftemangel: Ausbildung zum Therapeuten kostet bis zu 20.000 Euro
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Trotz Fachkräftemangel: Ausbildung zum Therapeuten kostet bis zu 20.000 Euro

Mittwoch, 4. Oktober 2017

/Fotoimpressionen, stock.adobe.com

Köln – Eine kostenfreie Ausbildung für Physio- und Ergotherapeuten, Podologen und andere Heilmittelerbringer fordert der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV). „Fachkräftemangel ist auch eine Frage des Geldes schon während der Ausbildung.

Ein wichtiger Schritt zur Sicherung der therapeutischen Patientenversorgung ist eine kostenfreie Ausbildung für Therapieberufe. Dieser politische Schritt ist längst überfällig“, mahnte der Verband heute in Köln. Dem Spitzenverband gehören drei physiotherapeutische Verbände, ein ergotherapeutischer Verband und ein podolo­gischer Verband an. Er vertritt damit bundesweit nach eigenen Angaben mehr als 75.000 Therapeuten.

Viele können sich die Ausbildung nicht leisten

Der SHV betonte, dass Therapieberufe genauso wie die Pflegeberufe zum Wohle der Patienten wertgeschätzt werden müssten – dazu gehöre eine kostenlose Ausbildung. „Dieses Wahlversprechen muss sich nun im Koalitionsvertrag wiederfinden und dann auch umgesetzt werden. Es kann nicht länger sein, dass die Rahmenbedingungen viele junge Menschen davon abhalten, einen therapeutischen Beruf zu erlernen. Viele können es sich schlicht nicht leisten“, erklärte die stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, Andrea Rädlein.

Anzeige

Sie wies daraufhin, dass der Bedarf an Therapie in Deutschland wegen der demogra­fischen Entwicklung ständig steige. „Deshalb brauchen wir mehr Therapeuten um die flächendeckende und wohnortnahe Patientenversorgung sicherzustellen“, so Rädlein.

Vor einem gravierenden Mangel an Fachkräften im Gesundheitswesen warnte Anfang der Woche auch die Hochschule Fresenius. Sie bezog sich dabei auf eine eigene Umfrage zur Arbeitszufriedenheit von Physiotherapeuten, Logopäden und Ergothera­peuten. Demnach ist jeder vierte der rund 1.000 befragten Therapeuten aus seinem Beruf ausgestiegen, fast die Hälfte denkt aktuell darüber nach.

Die Gründe dafür sind laut der Befragung vor allem unzureichende Verdienstmög­lichkeiten sowie mangelnde Perspektiven. Vor allem Logopäden (50 Prozent) und Physiotherapeuten (51 Prozent) tragen sich laut der Umfrage mit dem Gedanken an einen Berufswechsel. „Die Zahlen sind mehr als ernüchternd“, kommentierte Sabine Hammer, Dekanin des Master-Studiengangs Therapiewissenschaften an der Hochschule Fresenius, die Umfrageergebnisse.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

19. Juli 2018
Köln – Die physiotherapeutische Patientenversorgung in Deutschland ist gefährdet. Das geht aus einer Onlinebefragung des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK) und des Verbandes Physikalische
Patienten müssen auf Physiotherapietermin lange warten
10. Juli 2018
Berlin – Die Berufsvertretungen der Ergotherapeuten, Logopäden, Physiotherapeuten, Podologen und anderen Gesundheitsberufen streben nach mehr politischem Gewicht. Nach einem Treffen des
Gesundheitsberufe fordern mehr politisches Gewicht
8. Juni 2018
Berlin – Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten und Pflegende haben gestern beim Hauptstadtkongress eine bessere Vergütung gefordert, um dem Nachwuchsmangel und der Unzufriedenheit in ihren
Gesundheitsberufe wünschen sich bessere Bezahlung im Kampf gegen Nachwuchsmangel
8. Juni 2018
Trier – Der Verband Physikalische Therapie – Vereinigung für die physiotherapeutischen Berufe (VPT) hat auf die prekäre Situation der Physiotherapeuten hingewiesen. Eine Analyse des Lehrstuhls für
Physiotherapeuten bemängeln Vergütung
18. Mai 2018
Plauen – Sachsen will als bisher einziges ostdeutsches Bundesland Arztassistenten in einem Studiengang ausbilden. Er trägt den Titel Physician Assistant und beginnt im kommenden Wintersemester an der
Sachsen startet Studiengang für Physician Assistant
14. Mai 2018
Münster – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) warnt vor einem „Akademisierungswahn“ in Deutschland. Er halte zum Beispiel nichts von der Entwicklung, für immer mehr Berufe einen Bachelor zu
Spahn warnt vor „Akademisierungswahn“ in Deutschland
14. Mai 2018
Erfurt – Die Anbieter des Studiengangs Physician Assistant sind vom 121. Deutschen Ärztetag aufgefordert worden, den Zugang zum Studium nur aufbauend auf einer vorherigen abgeschlossenen Ausbildung in

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER