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Universitätsklinik Köln wird Exzellenzzentrum für Pilzerkrankungen

Freitag, 6. Oktober 2017

Köln – Die European Confederation of Medical Mycology (ECMM) hat die Universitätsklinik Köln zum Exzellenzzentrum für Pilzerkrankungen ernannt. „Infektionskrankheiten zählen zu den häufigsten Todesursachen“, erläuterte Oliver Cornely, der das neue Exzellenzzentrum leitet. Lebensbedrohliche Pilzerkrankungen bei immungeschwächten Patienten seien in den vergangenen Jahren deutlich häufiger geworden. Grund hierfür sei die steigende Zahl immunsupprimierter Patienten, zum Beispiel Menschen mit Abwehrschwäche nach einer Transplantation, im Anschluss an eine Chemotherapie oder bei einer HIV-Infektion, so Cornely.

Rund 250 Fälle, bei denen invasive Pilzinfektionen vermutet wurden oder belegt waren, hat das Team um Cornely an Uniklinik Köln im Jahr 2016 unter rund 60.000 stationär behandelten Patienten gezählt. Auf 13.000 Fälle schätzen Fachleute die Zahl solcher Mykosen von Lunge, Gehirn oder Blutkreislauf bundesweit. „Bisher gibt es kaum Standardbehandlungen für invasive Pilzerkrankungen,“ erklärte der Experte. Darüber hinaus entwickelten Pilze zunehmend Resistenzen, denen mit herkömmlichen Mitteln nicht beizukommen sei.

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Derzeit werden laut Uniklinik Köln von einer Million Pilzarten rund 150 Arten als primäre Krankheitserreger für den Menschen eingestuft. Das Risiko, an einer Pilzerkrankung zu versterben, sei prinzipiell hoch und könne sich bei einer verzögerten Diagnose und Therapie verdreifachen. Die Letalität der invasiven Candida- und Aspergillusmykosen liege beispielsweise bei 50 bis 80 Prozent.

Bei der Diagnose und Therapie von Pilzerkrankungen arbeiten an der Uniklinik Köln jetzt zwölf Abteilungen miteinander. „Mykosen sind höchst komplex und können nur interdisziplinär richtig beurteilt und therapiert werden. Gleichzeitig muss sehr schnell gehandelt werden“, so Cornely.

© hil/aerzteblatt.de

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