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Medizin

Charakter­veränderung kein zwingendes Frühzeichen von Alzheimer

Donnerstag, 5. Oktober 2017

/Peter Atkins, stock.adobe.com

Tallahasse – Veränderungen des Charakters im Erwachsenenalter sollten nicht als das Frühsymptom einer beginnenden Alzheimererkrankung gewertet werden. Zu diesem Schluss kommen Forscher um Antonio Terracciano an der Florida State University in der Fachzeitschrift JAMA Psychiatry (doi: 10.1001/jamapsychiatry.2017.2816).

Bei Alzheimer kommt es zu Veränderung des Charakters während der Erkrankung.  Die Forscher wollten in ihrer Analyse diesen Zusammenhang in einer großen longitu­dinalen Studie untersuchen. Die analysierte Studienkohorte umfasste mehr als 2.000 Teilnehmer, die von 1980 bis 2016 von den Wissenschaftlern beobachtet wurden. Es erfolgten in den 36 Jahre mehrere Befragungen in denen die Forscher Änderungen der Persönlichkeit dokumentieren konnten. In den Fragebögen wurden Änderungen in den „Big Five“ der Persönlichkeit Neurotizismus, Extraversion, Offenheit, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit evaluiert.

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18 Prozent der Teilnehmer entwickelten eine Demenz oder eine milde kognitive Beeinträchtigung. Die Wissenschaftler konnten jedoch keine Assoziation zwischen Veränderungen des Charakters und dem Demenzrisiko nachweisen. Vor der Entwick­lung einer milden kognitiven Beeinträchtigung zeigten sich in der Regel keine Veränderungen der Persönlichkeit.

Zwar waren Veränderungen des Charakters kein Risikofaktor für eine Demenz, jedoch sah dies für bestimmte Charakterzüge anders aus. Probanden mit geringer Gewissen­haftigkeit oder einem hohen Neurotizismus in der ersten Befragung neigten eher zur Entwicklung einer Demenz, berichten die Forscher. Möglicherweise lohne es sich, diesen Zusammenhang weiter zu untersuchen, so die Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

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