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Ausland

Trump streicht Kostenübernahme für Antibabypille

Montag, 9. Oktober 2017

/Sven Bhren, stock.adobe.com

Washington – Die Regierung von US-Präsent Donald Trump hat die Kostenübernahme für die Antibabypille als Leistungspflicht aus der Gesundheitsreform von Trumps Vorgänger, Barack Obama, gestrichen. Sämtliche Arbeitgeber des Privatsektors seien künftig nicht mehr dazu verpflichtet, einen Kran­ken­ver­siche­rungschutz anzubieten, der Pille und andere Verhütungsmittel einschließe, hieß es in einer Mitteilung des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums in Washington.

Die Streichung dieser Klausel solle die „moralischen Überzeugungen von bestimmten Institutionen und Individuen schützen“, erklärte das Ministerium weiter. Die potenziellen Folgen sind weitreichend und betreffen Millionen von Bürgern: Rund die Hälfte der US-Bevölkerung bezieht ihre Kran­ken­ver­siche­rung über den Arbeitgeber.

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Laut Ge­sund­heits­mi­nis­terium haben „99,9 Prozent der Frauen“ dennoch weiterhin kostenfreien Zugang zu Verhütungsmitteln. Kritiker bestreiten diese Zahl. Frauen­verbände kündigten Klagen gegen die Einschränkung des „Verhütungsmandats“ an. Auch mehrere Bundesstaaten kündigten Klagen an, darunter Kalifornien und Massachusetts. Von den oppositionellen Demokraten kam ebenfalls massive Kritik.

Mit ihrem Vorgehen erfüllt die US-Regierung eine Forderung konservativ-christlicher Gruppierungen, die seit Jahren Front gegen kostenlose Verhütungsmittel machen. Vor dem Supreme Court erwirkten sie vor drei Jahren bereits, dass Familienunternehmen aus religiösen Gründen ihren weiblichen Arbeitnehmern diese Versicherungsleistung verweigern dürfen.

Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, das als „Obamacare“ bezeichnete Gesund­heits­system seines Vorgängers zu kippen. Mehrere entsprechende Anläufe seiner republikanischen Verbündeten im Kongress scheiterten jedoch in den vergangenen Monaten, so dass das System weiter in Kraft ist. © afp/dpa/kna/aerzteblatt.de

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borgmann4
am Mittwoch, 11. Oktober 2017, 01:11

Das Problem wäre leicht zu beheben


Wenn Männer verantwortungsbewusst mit ihrer Sexualität umgehen und nur dann den vaginalen Verkehr inklusive einer Ejakulation mit einer Frau bzw. einem geschlechtsreifen Mädchen vollziehen, wenn sie gleichzeitig bereit sind, ggf. mit ihrer Partnerin zusammen für ein Kind zu sorgen.

So lange Männern dies nicht vollständig gelingt, benötigen weibliche Personen die Möglichkeit, eine Schwangerschaft zu verhüten oder ggf. zu beenden.
Staphylococcus rex
am Dienstag, 10. Oktober 2017, 23:58

Ja, Sie denken falsch

Herr Hampel, und das in mehrfacher Hinsicht.

Erstens denken Sie falsch, wenn Sie davon ausgehen, dass Ihre Vorstellungen Allgemeingültigkeit besitzen. Sie vertreten hier und in ihren bisherigen Beiträgen eine fundamentalistische Interpretation der christlichen Religion. Für Sie mag das Wort Gottes Allgemeingültigkeit besitzen. Es gibt aber auch andere Menschen, für die ist die Existenz Gottes im besten Fall eine unbewiesene Arbeitshypothese und im schlechtesten Fall ein realitätsfernes Hirngespinst. Das wiederum hat zur Folge, dass die von Ihnen so vehement vertretene christliche Ethik keine Allgemeingültigkeit besitzen kann sondern im besten Fall lediglich für die Glaubensgemeinschaft verbindlich ist.

Zweitens liegen Sie mit Ihrer Wortwahl hoffnungslos falsch. Sie stellen Antibabypillen auf eine Stufe mit „vorgeburtlichen Kindesermordungen“. Eine „Antibabypille“ verhindert die Einnistung einer befruchteten Eizelle in den Uterus. Die Eizelle ist zu diesem Zeitpunkt ein Informationsträger mit dem Potential zu weiterer Entwicklung, sie ist aber kein Organismus und erst recht kein Kind, Ihre Wortwahl ist in diesem Zusammenhang absolut unangebracht. Um das „Wunder des Lebens“ zu verstehen, muss man neben der Biochemie und Biologie zusätzlich die Entwicklungsgesetze der Dialektik verstehen, vor Allem das Gesetz des Umschlagens von der Quantität in die Qualität.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dialektische_Grundgesetze
Die befruchtete Eizelle hat zwar den gleichen genetischen Kode wie ein Neugeborenes Kind, aber dazwischen liegen Qualitätssprünge, die eine ethische und rechtliche Ungleichbehandlung von befruchteter Eizelle und Neugeborenem nicht nur erlauben, sondern zwingend notwendig machen. Solange hier keine Übereinstimmung bei der grundlegenden Wortwahl zustande kommt, ist ein weiterer Vergleich zwischen christlicher Ethik und einer nichtreligiösen humanistischen Ethik wenig sinnvoll.

Drittens denken Sie falsch, wenn Sie mit Ihrer Wortwahl vorgeben, für alle anderen Ärzte zu sprechen oder zumindest eine ärztliche Ethik zu vertreten. Ein Arzt ist in erster Linie dem schon geborenen Leben verpflichtet und erst in zweiter Linie dem ungeborenen Leben. Und was Empfängnisverhütung und Familienplanung betrifft (eine Zygote ist noch lange kein Embryo und erst recht nicht ein Neugeborenes), das ist einzig im Verantwortungsbereich der unmittelbar Betroffenen, der Arzt hat hier lediglich eine Beratungsfunktion, aber nicht das Recht, über Andere zu richten.

Viertens denken Sie falsch über den Sinn von solidarischen Versicherungen. Ich persönlich halte nichts von Drogen, ich werde nie Kokain oder Heroin konsumieren. Trotzdem finde ich es richtig, dass Versichertengelder für Substitutionsprogramme für Drogenabhängige ausgegeben werden. Die Menschen sind unterschiedlich, der persönliche Verzicht auf die Inanspruchnahme für eine bestimmte Indikation bedeutet noch lange nicht, dass dieser Verzicht für alle Anderen gelten muss.
Hampel.Robert
am Dienstag, 10. Oktober 2017, 09:26

Endlich

Ich würde mir auch wünschen, wenn ich als Versicherter keine Antibabypillen zwangsweise mitfinanzieren würde. Und keine vorgeburtlichen Kindesermordungen. Darüber kann es für mich keine Solidarität geben. Im Gegenteil: Willkommenskultur für diejenigen, die als kleinste und Schwächste in unser Leben treten und uns, wenn wir einmal alt sind, uns versorgen und lieben möchten, in der Sprache, die sie von uns gehört und auf die Art, die sie von uns gelernt haben. Fruchtbarkeit ist Gesundheit, keine Krankheit. Das sollten auch die Teenager lernen, gerade die. Und bestimmte Umgangsweisen gehören in ein lebenslanges Ja zwischen Mann und Frau eingebettet, in die gottgegebene Ehe. Wir Ärzte sind keine Körpermanager außerhalb der Moral, die die gesunde Natur auf Anfrage vergewaltigen mithelfen. Denk ich da falsch?

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