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Politik

Pflege-TÜV: Neues Bewertungssystem könnte erst 2019 kommen

Montag, 9. Oktober 2017

/Gina Sanders, stock.adobe.com

Frankfurt am Main – Der seit Jahren kritisierte Pflege-TÜV für Heime könnte später als gesetzlich verlangt durch ein neues System ohne Noten ersetzt werden. Der eigentlich vorgegebene Zeitplan sei nicht zu halten, da die Erarbeitung des neuen Systems länger als vorgesehen dauere, sagte der Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des Spitzenverband Bund der Kran­ken­ver­siche­rung (MDS), Peter Pick, der Frankfurter Rundschau.

Pick zufolge kommt der neue Pflege-TÜV für Pflegeheime voraussichtlich 2019 und für die ambulanten Dienste 2020 und damit jeweils ein Jahr später als geplant. Die bisherigen Pflegenoten gelten als unbrauchbar, weil sie die tatsächliche Situation in den Heimen beschönigen und sich Missstände kaum erkennen lassen. Zuständig für die Erarbeitung des neuen Bewertungssystems ist ein Gremium, das paritätisch mit Vertretern von Pflegekassen und Pflegeeinrichtungen besetzt ist.

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Grundmodell steht

Nach Picks Worten sind bisher die Grundzüge des neuen Systems geklärt. Danach soll es künftig drei Säulen geben: Künftig muss jedes Heim sogenannte Ergebnisin­dikatoren veröffentlichen. Das kann zum Beispiel der Anteil der Pflegebedürftigen mit Druckgeschwüren sein oder Gewichtsverläufe, weil diese Hinweise auf Probleme bei der Ernährung oder beim Trinken geben können. Die zweite Säule sind die Ergebnisse der Qualitätskontrollen vor Ort. Die dritte Säule sind konkrete Informationen über die Heime mit Angaben zum Beispiel darüber, welche Freizeit-Angebote es gibt oder ob Haustiere mitgenommen werden können.

Pick sagte, anders als bisher werde es voraussichtlich keine Gesamtbewertung der Einrichtungen mit Noten geben. „Das wird der Komplexität nicht gerecht“, betonte er. Es laufe darauf hinaus, in dem offiziellen Internetportal für den Pflege-TÜV die Informationen übersichtlich darzustellen und zu erläutern. „Möglich wäre, dass andere Portale wie zum Beispiel die Weiße Liste eigene Prioritäten setzen, die zur Verfügung gestellten Daten gewichten und zur Einordnung mit leicht verständlichen Pikto­grammen versehen, also zum Beispiel bei bedenklichen Werten mit Warndreiecken“, erläuterte der MDS-Geschäftsführer.

Angesichts der Äußerungen Picks hat SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) aufgefordert, die Reform des Pflege-TÜVs selbst in die Hand zu nehmen. „Die Politik muss jetzt das Verfahren der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen entziehen“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft. Die politisch Verantwortlichen müssten das neue System nun ohne Krankenkassen und Pflegeverbände auf die Beine stellen. © kna/aerzteblatt.de

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