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Medizin

Fisch-Allergiker müssen nicht zwangsweise auf alle Fischarten verzichten

Montag, 9. Oktober 2017

Sushi von einem Japanischen Supermarkt auf einem roten Teller, aufgenommen im Februar 2017. /dpa
/dpa

Luxemburg/Tromsø – Entgegen der bisherigen Empfehlungen, müssen doch nicht alle Fischallergiker komplett auf das Lebensmittel Fisch verzichten. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam um Annette Kühn und Markus Ollert vom Luxembourg Institute of Health (LIH) und Martin Sørensen von der Uniklinik Nord Norwegen in Tromsø in einer doppelblinden Studie mit Fischallergikern. Ihre Ergebnisse publizierten sie im Journal of Allergy and Clinical Immunology (2017; doi: 10.1016/j.jaci.2017.03.043).

Fischallergie

Weltweit reagieren etwa 0,1 Prozent der Bevölkerung allergisch auf Fisch. Das Hauptallergen ist Parvalbumin. Aber auch Enolasen und Aldolasen können allergische Reaktionen hervorrufen. In Regionen wie Luxemburg, wo aufgrund des hohen Anteils der Bevölkerung aus dem mediterranen Raum viel Fisch konsumiert und verarbeitet wird, kommen Fischallergien häufiger vor.

Die 35 Fischallergiker im Alter zwischen fünf und 19 Jahren bildeten verschie­dene Antikörper, je nachdem, ob sie nur auf das Allergen Parvalbumin oder auch gegen die Fisch-Eiweiße Enolase und Aldolase überempfindlich reagieren. Damit konnten Kühn und ihre Kollegen erstmals zeigen, dass sich Personen mit einer Kreuzallergie gegen mehrere Fisch­arten anhand spezifischer Anti­körper unterscheiden lassen. Getestet wurden Kabeljau, Lachs und Makrele.

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Einige der Allergiker-Probanden tolerieren bestimmte Fischarten und bräuchten daher trotz ihrer Überempfindlichkeit nicht auf diese Eiweißquelle verzichten, erklären die Studienautoren. „Etwa jeder dritte Betroffene reagierte auf einzelne Fischarten nicht allergisch“, sagt Kühn vom Department of Infection and Immunity am LIH.

Zudem sei es gelungen, bestimmte Marker zu identifizieren, anhand derer man Personen mit einer Allergie gegen ein oder mehrere Fischarten unterscheiden könne. „Dies ist wichtig, um unnötige Ernährungseinschränkungen zu vermeiden, vor allem bei allergischen Kindern, die sehr oft mehrere Lebensmittelallergien haben“, fügt Sørensen hinzu. © gie/aerzteblatt.de

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