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Politik

Fünf-Punkte-Stra­tegie gegen Pflegemangel

Montag, 9. Oktober 2017

/freepeoplea, stock.adobe.com

Berlin – Der Fachkräftemangel in der Pflege verschärft sich zusehends. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat nun fünf Handlungsfelder ausgemacht, um dem Problem entgegenzuwirken und die Attraktivität der Pflegeberufe zu steigern. Unter anderem müssen demnach ausbildende Kliniken gestärkt werden.

„Ein wesentliches Hemmnis ist der sogenannte Anrechnungsschlüssel, der dazu führt, dass je 9,5 Auszubildende den Kliniken eine Vollzeitstelle gekürzt wird“, erläuterte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Die sei eine zu hohe Belastung für die Kliniken. Die DKG fordert daher, diesen Anrechnungsschlüssel gänzlich zu streichen.

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Tariflöhne anerkennen

Außerordentlich wichtig sei außerdem, dass die tariflichen Personalkosten der Krankenhäuser eins zu eins refinanziert würden. Dazu sei es rechtlich nötig, die Tariflöhne als dem Wirtschaftlichkeitsprinzip entsprechend anzuerkennen, fordert die DKG. Ein dritter Punkt sind die auch vom ärztlichen Dienst oft beklagten hohen Dokumentationsleistungen. „Es kann nicht länger hingenommen werden, dass täglich drei Stunden wertvolle Pflegeleistungskraft für teilweise überflüssige Dokumentation aufgebracht werden muss“, erklärte Baum.

Eine wesentliche Aufgabe der neuen Regierung werde es darüber hinaus sein, das Anerkennungs- und Zulassungsverfahren für Pflegekräfte aus dem Ausland auf eine neue Grundlage zu stellen. „Dies muss unbedingt und umgehend vereinfacht und bundeseinheitlich geregelt werden“, so Baum.

Die DKG erneuert im Rahmen ihres Fünf-Punkte-Plans ihre Warnung vor Personal­quoten, wie sie neben der SPD auch die Grünen im Wahlkampf gefordert haben. „Starre Personalanhaltszahlen in der Pflege widersprechen versorgungsbedarf- und betriebs­gerechte Personalbesetzungen, führen zu Personalfehlleitungen und blockieren Weiterentwicklungsmöglichkeiten des Personalmix insbesondere im Hinblick auf den Einsatz von Entlastungspersonal für die ausgebildeten Pflegekräfte“, hieß es aus der Krankenhausgesellschaft. 

Die Arbeitsbedingungen für professionell Pflegende sind nach Auffassung des Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe seit Jahren „inakzeptabel“, der bestehende Fachkräftemangel in der Branche werde „dadurch weiter verschärft“, hieß es im September aus dem Berufsverband. © hil/aerzteblatt.de

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