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Psychische Belastung Hauptgrund für Vater-/Mutt­er-Kind-Kuren

Dienstag, 10. Oktober 2017

/kristall, stock.adobe.com

Berlin – Hauptgrund für Vater-/Mutter-Kind-Kuren im vergangenen Jahar waren psychische Störungen. Das geht aus Zahlen zum Jahresbericht des Mütter­ge­nesungswerkes (MGW) hervor, die heute in Berlin vorgestellt wurden. Demnach litten 87 Prozent der Frauen, die an den Kuren teilnahmen unter Erschöpfungszuständen bis zum Burn-Out, Angstzustände, Schlafstörungen, Depressionen oder akuten Belastungsreaktionen. Bei den Männern gaben dies 83 Prozent der Kurteilnehmer an.

Es folgten bei Männern (37 Prozent) und Frauen (43 Prozent) die Muskel-Skelett-Erkrankungen als Gründe für eine Kur. Bei den Väter waren Herz-Kreislauf-Probleme (elf Prozent) zudem ausgeprägter als bei den Müttern, die eher unter Stoffwechsel­störungen (zwölf Prozent) litten. Als Ursachen nannte Kuratoriumsvorsitzende Kirsten Soykeständigen Zeitdruck, berufliche Belastung oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dem Bericht zufolge nahmen im vergangenen Jahr 71.000 mitreisende Kinder und 49.000 Mütter sowie rund 1.600 Väter an Vater-Kind-Maßnahmen des MGW teil.

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Ablehnungsquote zu hoch

Trotz veränderter Rollenbilder, bleibe an den Frauen der größte Teil der Familienarbeit hängen, erklärte die Frau des Bundespräsidenten, Elke Büdenbender, die erstmals als Schirmherrin der Organisation an der Pressekonferenz teilnahm. Es sei wichtig, dass Mütter, aber auch Väter oder pflegende Angehörige Unterstützung erhielten. „Wenn es den Eltern gut geht, dann geht es auch den Kindern gut“, sagte Büdenbender.

Die Ablehnungsquote der Krankenkassen für die Kuranträge lag 2016 bei zwölf Prozent. Allerdings seien zwei Drittel aller Widersprüche gegen diese Ablehnungen erfolgreich gewesen, sagte MGW-Geschäftsführerin Anne Schilling. „Das zeigt eine hohe Zahl von Fehlentscheidungen seitens der Krankenkassen“, bedauerte sie. Zuletzt waren die Krankenkassen wegen ihres Bewilligungsverhalten in die Kritik geraten. Zuletzt hatte es eine Ermahnung der Kassen von der Patientenbeauftragten der Bundesregierung gegeben.

Der MGW betonte zudem, Mütter und Väter hätten einen hohen Informations- und Aufklärungsbedarf. Im Antragsverfahren sei es sehr wichtig, keine zusätzlichen Belastungen zu schaffen, sondern kompetente Unterstützung zu bieten. Bemängelt wurde dabei der Rückgang der Beratungsstellen von bundesweit 1.400 (2006) auf 1.200 im vergangenen Jahr.

„Wenn wir von rund zwei Millionen kurbedürftigen Müttern in Deutschland ausgehen, aber nur 130.000 sich beraten lassen, sehen wir, dass das Potential der Beratungs­möglichkeiten nicht ausgeschöpft ist und leider nur ein Bruchteil eine Kurmaßnahme beantragt“, sagte Soyke. Breitere Information und individuelle Beratung seien wesentlich, damit die Mütter und Väter ihren gesetzlichen Anspruch auch wahrnehmen könnten. © kna/may/aerzteblatt.de

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Avatar #88255
doc.nemo
am Mittwoch, 11. Oktober 2017, 08:05

An alle!

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Avatar #731782
astridschulze@massai.dk
am Mittwoch, 11. Oktober 2017, 01:08

2 Millionen kurbeduerftige Muetter in Deutschland wegen psychischer Belastung

Ist denn wirklich die Mutter-(Vater)-Kind-Kur fern vom Wohnort die beste Methode, um Familien, Ehen und Kinder zu einem besseren Leben zu verhelfen ? Ich finde wenig Literatur ueber dieses sehr deutsche Phaenomen Paare zu trennen, um die Kommunikation in der Familie zu verbessern. Wo bleibt der Einsatz vor dem burnout von Mutter oder Vater - Projekte diesen zu verhindern, jetzt, das ganze Jahr, lokal - primaere Prophylaxe - dazu gibt es viele Beispiele in Europa - vorrausgesetzt man guckt ueber die Grenze hinweg.
Avatar #731782
astridschulze@massai.dk
am Mittwoch, 11. Oktober 2017, 01:08

2 Millionen kurbeduerftige Muetter in Deutschland wegen psychischer Belastung

Ist denn wirklich die Mutter-(Vater)-Kind-Kur fern vom Wohnort die beste Methode, um Familien, Ehen und Kinder zu einem besseren Leben zu verhelfen ? Ich finde wenig Literatur ueber dieses sehr deutsche Phaenomen Paare zu trennen, um die Kommunikation in der Familie zu verbessern. Wo bleibt der Einsatz vor dem burnout von Mutter oder Vater - Projekte diesen zu verhindern, jetzt, das ganze Jahr, lokal - primaere Prophylaxe - dazu gibt es viele Beispiele in Europa - vorrausgesetzt man guckt ueber die Grenze hinweg.
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astridschulze@massai.dk
am Mittwoch, 11. Oktober 2017, 01:08

2 Millionen kurbeduerftige Muetter in Deutschland wegen psychischer Belastung

Ist denn wirklich die Mutter-(Vater)-Kind-Kur fern vom Wohnort die beste Methode, um Familien, Ehen und Kinder zu einem besseren Leben zu verhelfen ? Ich finde wenig Literatur ueber dieses sehr deutsche Phaenomen Paare zu trennen, um die Kommunikation in der Familie zu verbessern. Wo bleibt der Einsatz vor dem burnout von Mutter oder Vater - Projekte diesen zu verhindern, jetzt, das ganze Jahr, lokal - primaere Prophylaxe - dazu gibt es viele Beispiele in Europa - vorrausgesetzt man guckt ueber die Grenze hinweg.
LNS

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