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Ausland

Lungenpest von Madagaskar auf Seychellen eingeschleppt

Mittwoch, 11. Oktober 2017

/dpa

Victoria – Ein Urlauber hat die gefährliche und leicht übertragbare Lungenpest aus Madagaskar in den bei Touristen beliebten Inselstaat Seychellen eingeschleppt. Bei dem 33-Jährigen sei die Erkrankung bestätigt, seine Frau und seine Tochter zeigten bislang nur schwache Symptome, erklärte ein leitender Beamter des Gesundheits­ministeriums, Jude Gedeon. Alle Passagiere, die mit dem gleichen Flug am vergangenen Freitag aus Madagaskar angekommen waren, und alle Personen, die mit dem Erkrankten in Kontakt waren, bekämen prophylaktisch Antibiotika, sagte er weiter.

Der Ge­sund­heits­mi­nis­ter des Inselstaates hat zudem eine Quarantäne für alle aus Madagaskar ankommenden Reisenden angeordnet. Ab sofort würden alle, die aus Madagaskar einreisen, sechs Tage in Isolation verbringen müssen, sagte Jean-Paul Adam heute im Parlament. Genutzt werde dafür die Akademie der Küstenwache auf der Insel Perseverance nahe der Hauptstadt Victoria.

Dem jüngsten Ausbruch der Lungen- und Beulenpest in Madagaskar sind bereits mindestens 48 Menschen zum Opfer gefallen. Rund 449 Erkrankungen wurden gemeldet, 322 davon mit Lungenpest. Die Fluggesellschaft Air Seychelles hat bereits ihre Flüge von und nach Madagaskar eingestellt.

Die Lungenpest tritt deutlich seltener auf und ist gefährlicher als andere Formen der Krankheit. Verursacht wird sie durch das Bakterium Yersinia pestis. Der Erreger wird oft durch Flöhe von Ratten übertragen, auch eine Übertragung durch Tröpfchen ähnlich wie bei einer Grippe ist möglich. Bei Lungenpest droht vor allem in dicht besiedelten Gegenden eine schnelle Ausbreitung. Kleinere Ausbrüche der Beulenpest hingegen sind auf Madagaskar vor der südöstlichen Küste Afrikas nicht ungewöhnlich. © dpa/aerzteblatt.de

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