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Politik

Mehr als 80.000 Todesfälle durch Luftverschmutzung in Deutschland

Donnerstag, 12. Oktober 2017

/Ingo Bartussek, stock.adobe.com

Kopenhagen – Die Luftverschmutzung in Europa hat nach Berechnungen der Europäischen Umweltagentur (EEA) im Jahr 2014 zum vorzeitigen Tod von mehr als 520.000 Menschen geführt – mehr als 80.000 davon in Deutschland. Rund 400.000 dieser Todesfälle in Europa und etwa 66.000 in Deutschland ließen sich auf die Belastung durch Feinstaub zurückführen, teilte die EEA gestern mit. Stickoxide sind demnach für den Tod von knapp 13.000 Menschen in Deutschland verantwortlich.

Vorzeitige Sterblichkeit

Die vorzeitige Sterblichkeit ist eine statistische Größe, die verlorene Lebensjahre aufgrund vermeidbarer Gesundheitsgefahren berechnet. Die genannten jährlichen Zahlen beziehen sich nach Angaben der EEA auf Rechenmodelle, die Daten des Jahres 2014 zugrunde legen.

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Zu hohen Ozonwerten waren der EEA zufolge 30 Prozent der Städter in der EU ausgesetzt, was nach Schätzung der Wissenschaftler zu 13.600 vorzeitigen Todesfällen jährlich beitrug. Insgesamt ging die Luftverschmutzung in Europa der EEA zufolge leicht zurück. So lag die Schätzung der vorzeitigen Todesfälle für das Jahr 2013 mit rund 550.000 Todesfällen in 41 Staaten auf dem europäischen Kontinent etwas höher.

Der Bericht über die Luftqualität in Europa gebe dennoch „keine Entwarnung“, erklärte Arne Fellermann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Besonders besorgniserregend sei eine überarbeitete Einschätzung der EEA, wonach auch niedrige Stickoxidbelastungen gesundheitsschädlicher sein könnten, als bislang angenommen.

Bei dieser Berechnung gehe die EEA für Deutschland „nun von 44.960 Todesfällen aus – im Vergleich zu 12.860 nach alter Berechnungsart“, erklärte Fellermann. Der EEA-Bericht zeige, „dass wir bei der Luftqualität immer noch große Defizite haben“. Die Bundesregierung habe es in den vergangenen Jahren versäumt, die Menschen ausreichend zu schützen. Er forderte ein Verkaufsverbot für Dieselautos, die die gesetzlichen Grenzwerte im Realbetrieb nicht einhalten. In Innenstädten werden Stickoxid-Emissionen vor allem von Diesel-Fahrzeugen verursacht.

„Als Gesellschaft sollten wir uns mit den Kosten der Luftverschmutzung nicht abfinden“, erklärte EEA-Exekutivdirektor Hans Bruyninckx. „Mit mutigen Entscheidungen und klugen Investitionen in sauberen Verkehr, Energie und Landwirtschaft können wir die Verschmutzung angehen und die Lebensqualität verbessern.“ EU-Kommissar Karmenu Vella sagte dafür Unterstützung zu. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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Avatar #715180
DrSchnitzler
am Mittwoch, 3. Juli 2019, 00:56

Diese Angabe ist WAHRHEITSWIDRIG.

Begründung
==========
Wenn WAHR wäre, dass – unter hiesigen Verhältnissen – Menschen "durch Luftverschmutzung sterben", dann MUSS auch die "DAUER der Exposition" zu einer (ganz und gar nicht unerheblichen!) ERHÖHUNG des Schadens führen.

TATSACHE ist aber, dass bei der Berechnung der "verlorenen Lebensjahre" (YLL; "Environmental Burden of Disease" (EBD)-Methode) genau UMGEKEHRT vorgegangen wird: so verliert ein Hundertjähriger (angeblich) ZWEI Lebensjahre durch Luftverschmutzung, ein einjährig Verstorbener dagegen ACHTZIG (1).

Beweis
======
Das Umweltbundesamt (2) schildert die Berechnung der YLL im ersten Schritt wie folgt:
»Die statistische Restlebenserwartung der verstorbenen Personen wird aus den Informationen des Statistischen Bundesamtes bezogen. Somit ist bekannt, wenn z. B. eine weibliche Person in Deutschland im Alter von 60 Jahren stirbt, dass sie nach der Statistik eigentlich noch ca. 25 Jahre zu leben gehabt hätte. Diese Jahre entsprechen den verlorenen Lebensjahren. Dieser Berechnungsschritt erfolgt für die gesamte Bevölkerung, das Individuum ist dann nicht mehr identifizierbar [...]«

Ich meine:
==========
Es KANN somit nicht plausibel sein, dass die so errechneten "verlorenen Lebensjahre" mit einem DOSISABHÄNGIGEN Sachverhalt übereinstimmen.

Das stellt doch DIE WAHRHEIT "AUF DEN KOPF".

So etwas MUSS "Experten" aber auffallen, BEVOR sie (wieder einmal) derart "abenteuerliche" Ergebnisse lautstark verkünden.

_____________
Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. Andreas Schnitzler, FAfIM, Lüneburg

Literatur
(1) Statistisches Bundesamt: Restlebenserwartung (gbe-bund.de)
(2) Umweltbundesamt. Umweltbundesamt weist Kritik an NO2-Studie zurück. Im Internet: https://www.umweltbundesamt.de/themen/umweltbundesamt-weist-kritik-an-no2-studie-zurueck; Stand: 13.06.2019
Avatar #107994
Adolar
am Donnerstag, 12. Oktober 2017, 19:24

Vor allem

gehören die "ökologischen" Holzheizungen verboten... das sind wahre Feinstaubschleudern. Wird aber aus weltanscheulichen Gründen gefördert, völlig unverständlich.
LNS

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