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Ärzteschaft

Kardiologen befürworten Mindestmengen

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Berlin – Auf rasch zunehmende Behandlungsmöglichkeiten in der Kardiologie hat der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK), Hugo Katus, hingewiesen. Jedoch gelte es, das hohe Niveau in der Herzmedizin in Deutschland nicht nur zu halten, „sondern es besteht in Anbetracht der Häufigkeit kardiovaskulärer Erkrankungen weiterhin Handlungsbedarf“, sagte Katus auf den DGK-Herztagen 2017 in Berlin.

Bei der Frage, wie eine hohe Versorgungsqualität gesichert werden könnte, gehe es immer wieder um Mindestmengen bei bestimmten Prozeduren. „Trotz wissenschaftlich nicht abgeschlossener Diskussion befürwortet die DGK eine sinnvolle Nutzung von Mindestzahlen als Element der Qualitätssicherung, wie das zum Beispiel beim schonenden Klappenersatz per Herzkatheter (TAVI) umgesetzt wurde“, sagte Katus.

Unterschiede in der Qualität

In einer Auswertung von Daten zur Qualitätssicherung für das Jahr 2014 zeigte sich laut DKG bei Aortenklappen-Patienten, die in TAVI-Zentren mit hohen Behandlungs­zahlen versorgt werden, eine im Schnitt deutlich niedrigere Sterblichkeit als in Zentren mit geringen Eingriffszahlen.

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Die DKG hat ein Zertifizierungsprogramm für Zentren erarbeitet, die TAVI anbieten wollen. Teil dieses Programms ist eine Mindestmenge von 50 Eingriffen pro Jahr und Zentrum. Für andere Verfahren wie die Mitraclip-Prozedur und die Ablation bei Vorhofflimmern seien ähnliche Empfehlungen geplant.

„Insofern stehen wir dem vor allem vom Gemeinsamen-Bundesausschuss (G-BA) forcierten Konzept von Mindestmengen bei komplexen Eingriffen offen gegenüber“, so der DGK-Präsident. Der Hintergrund dafür sei aber allein ein medizinischer: „Begren­zungen aus ökonomischen Gesichtspunkten sind für eine moderne Therapie­entwicklung nicht zielführend, Rationierungen haben mit Qualität nichts zu tun“, so Katus.

Angesichts der stetig wachsenden TAVI-Zahlen hatte die DGK bereits 2009 Qualitätsstandards für diesen Eingriff definiert. 2015 hat die Fachgesellschaft diese Standards aktualisiert. Im Augenblick sind 38 Zentren nach den Kriterien der DGK zertifiziert. © hil/aerzteblatt.de

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