Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Angebote im Bereitschaftsdienst sollen bekannter werden

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Die Bereitschaftsdienstnummer 116117 soll künftig auch rund um die Uhr geschaltet werden können. /fotomek, stock.adobe.com

Berlin – Hausbesuche, Fahrdienst oder die Organisation von Bereitschaftsdienstpraxen: Die 17 Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) in Deutschland haben am „Tag des Bereitschaftsdienstes“ auf ihr Versorgungangebot der Haus- und Fachärzte außerhalb der regulären Sprechzeiten hingewiesen.

„Die Versorgung unserer Patienten im Bereitschaftsdienst gehört zum Sicher­stellungs­auftrag der KVen und sowieso zum Selbstverständnis von uns Vertragsärzten“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, auch mit Blick auf die anhaltenden Diskussionen über die Notfallversorgung in Krankenhäusern. Nach Zahlen der KBV werden inzwischen zehn Millionen Patienten jährlich im ärztlichen Bereitschaftsdienst versorgt, etwa sieben Millionen Anrufer wählen die bundesweite Nummer für den Bereitschaftsdienst 116117. Die KBV ebenso wie die KVen wollen nun die Bekanntheit der Telefonnummer verbessern.

Dabei soll die Nummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst keine Konkurrenz zur Notfallnummer 112 werden. „Wir müssen die beiden Nummern besser vernetzen und wenn möglich in der Zukunft auch in einer Leitstelle zusammen fügen“, erklärte Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. Die Körperschaft wirbt dafür, dass regionalen Versorgungsstrukturen im Bereitschaftsdienst erhalten bleiben, gleichzeitig müsse es für Patienten aber einen bundesweit einheitlichen Zugang zur Versorgung außerhalb der Sprechzeiten geben. Außerdem müsse künftig die 116117 auch rund um die Uhr geschaltet werden können. Laut Gesetz darf sie derzeit nur außerhalb der Praxisöffnungszeiten erreichbar sein.

Neben dieser Gesetzesänderung strebt die KBV für den künftigen Koalitionsvertrag auch neue Regelungen für Portalpraxen an. Dabei müsse es einen Konzentrations­prozess für Ambulanzen an einigen Krankenhäusern geben. „Wir können keine 1.300 bis 1.600 Ambulanzen eröffnen, dafür gibt es europaweit gar nicht genügend Ärzte“, erklärte Hofmeister. Die Portalpraxen müssten auch in der Verantwortung der KVen bleiben, die ambulant-tätigen Ärzte dürften nicht unter der Weisung der Krankenhäuser arbeiten, stellte Gassen klar. Gemeinsam mit dem Marburger Bund hatte sich die KBV kürzlich auch Ideen zur künftigen Gestaltung des Bereitschaftsdienstes geeinigt.

Auch viele regionale KVen erklärten vor Ort ihre Leitungen im Bereitschaftsdienst: So wurden in Brandenburg im Jahr 2016 rund 100.000 Fälle ambulant im ärztlichen Bereitschaftsdienst versorgt, teilte die KV Brandenburg mit. In sechs Städten gibt es bereits KV RegioMed Praxen an den jeweiligen Krankenhäusern, 15 weitere sollen in den kommenden Jahren eröffnet werden, so die KV.

Nach Angeben der KV Berlin werden in der Hauptstadt im Bereitschaftsdienst im Schnitt 440 Patienten, am Wochenende und an Feier­tagen bis zu 900 Patienten versorgt. 2016 wurden fast 42.000 Patienten telefo­nisch beraten, teilt die KV mit. In Berlin gibt es seit Jahren eine eigene Nummer für den Ärztlichen Bereitschaftsdienst, die 310031.

„Diese Nummer ist in Berlin seit vielen Jahren bekannt und wird auch bis auf Weiteres erreichbar sein“, erklärt die KV-Vorsitzende Margret Stennes. Derzeit sind die regionale sowie die bundesweite Rufnummer in Berlin in Betrieb. „Wir werden kommendes Jahr komplett auf die 116117 umstellen“, so Stennes. In Berlin gibt seit Jahren bereits eine gemeinsame eine gemeinsame Telefon-Schnittstelle mit der Feuerwehr.

In der KV Westfalen-Lippe wurden bereits 2011 fast alle Notfalldienstpraxen in die Nähe oder an ein Krankenhaus angesiedelt, derzeit sind dies 63 Stück. Jetzt wurde in Gelsenkirchen eine gemeinsame Notdienstpraxis der KVWL und des Krankenhauses Bergmannsheil Buer eröffnet. In den kommenden Tagen stellen weitere KVen regionale Kooperationen mit Kliniken oder weitere Modellprojekte vor.

© bee/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

20.02.18
116117 im Norden zu wenig bekannt
Hamburg/Schwerin – Die Rufnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116117 ist aus Sicht der Techniker Krankenkasse (TK) zu wenig Norddeutschen bekannt. Nur die Hälfte wisse von dieser Nummer,......
15.02.18
KV Westfalen-Lippe startet Pilotprojekt zur integrierten Notfallversorgung
Dortmund – Um medizinische Notfälle gezielter zu steuern und Klinikambulanzen zu entlasten, startet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) ein Pilotprojekt in Ost-Westfalen. Ab April......
07.02.18
Bayrischer Gesundheits­ausschuss lobt Bereitschafts­dienst-Reform
München – Die Weiterentwicklung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Bayern war am Dienstag Thema im Bayerischen Landtag. Zuvor hatten Mediziner und Patienten in zwei Petitionen gegen die......
06.02.18
Patienten mit Bereitschaftsdienst in Baden-Württemberg sehr zufrieden
Stuttgart – Die Patienten in Baden-Württemberg haben den Ärzte und den medizinischen Fachangestellten in den von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Baden-Württemberg betriebenen Notfallpraxen des......
02.02.18
Bayrische Ärzteschaft wehrt sich gegen Kritik an Bereitschafts­dienstreform
München – Als „sachlich unbegründet und inhaltlich fragwürdig“ bezeichneten die Spitzenvertreter der bayerischen Ärzteschaft heute in München die Kritik der FDP Bayern an der Weiterentwicklung des......
01.02.18
Sachverständigenrat entwickelt Konzept zur Notfallversorgung weiter
Berlin – Der Sachverständigenrat (SVR) zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat sein Konzept zur Reform der Notfallversorgung in Deutschland weiterentwickelt. Es soll im Sommer dem......
01.02.18
Vor allem jüngere Menschen nutzen Notaufnahmen
Hamburg – An wen sich die Menschen in Deutschland in medizinischen Notfällen außerhalb der Praxisöffnungszeiten wenden, ist auch eine Frage des Alters. Das zeigte eine aktuelle Forsa-Umfrage im......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige