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Forschungsprojekt zur partizipativen Entscheidungsfindung in der Onkologie

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Hamburg – Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) untersuchen in einem dreijährigen Forschungsprojekt, wie sich das Konzept der gemeinsamen Entscheidungsfindung von Arzt und Patient besser in den medizinischen Alltag integrieren lässt.

„Bisher werden Therapieentscheidungen selten gemeinsam von Arzt und Patient getroffen“, erläutert die Projektleiterin Isabelle Scholl. Sie leitet am Institut und der Poliklinik für medizinische Psychologie des UKE die Arbeitsgruppe „Patientenzentrierte Versorgung: Evaluation und Umsetzung“. Vielmehr würden im Augenblick medizinische Entscheidungen häufig von einem oder mehreren Ärzten getroffen, ohne die Präfe­renzen und Lebensumstände des Patienten zu berücksichtigen, so die Psychologin und Versorgungsforscherin.

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Scholl hat mit ihrem Team ein Programm entwickelt, das helfen soll, die gemeinsame Entscheidungsfindung zwischen Arzt und Patient standardmäßig in den medizinischen Alltag zu integrieren. Zu dem Programm gehören Schulungen für Ärzte und Pflegekräfte sowie Patientenmaterialien. Ihr Studienkonzept sieht vor, 1.400 Krebspatienten und etwa 70 Ärzte und 150 Pflegekräfte zu befragen und – mit Einverständnis der Beteiligten – auch Patientengespräche aufzunehmen und auszuwerten.

„Die enormen Fortschritte in der modernen Krebsmedizin haben einen positiven Einfluss auf die Heilungsraten unserer Patienten. Dafür sind jedoch komplexe Behandlungsstrategien notwendig. Diese erfordern eine bessere Aufklärung unserer Patienten, um sie an Entscheidungen über eine Therapie aktiv teilhaben zu lassen“, sagte der ärztliche Leiter des universitären Cancer Center Hamburg (UCCH) des UKE, Carsten Bokemeyer. Dieser Aspekt der Patientenpartizipation sei eine wichtige Forderung im nationalen Krebsplan und für das Krebszentrum des UKE ein zukunftsweisender Forschungsschwerpunkt.

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) seit Anfang Oktober für drei Jahre mit insgesamt knapp 400.000 Euro gefördert.

© hil/aerzteblatt.de

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