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Medizin

Thrombose: Antikoa­gulations-Ampel als Orientierungshilfe

Freitag, 13. Oktober 2017

Berlin – Die Dauer der Antikoagulation bei einer Tiefen Venenthrombose (TVT) oder einer Lungenembolie variiert zwischen wenigen Tagen bis mehreren Monaten. Diese Flexibilität verunsichert viele Ärzte und Patienten. Um behandelnde Ärzte bei der leitliniengerechten Therapie zu unterstützen, hat das Aktionsbündnis Thrombose die Antikoagulations-Ampel entwickelt. 

Mit der Ampel lassen sich Patienten pragmatisch in drei Gruppen unterteilen, solche mit einem sehr hohen Rezidivrisiko (rot), einem mittleren und zu überprüfenden (gelb) und solche, bei denen das Rezidivrisiko als niedrig (grün) einzuschätzen ist (siehe Tabelle). Davon abhängig ist die Dauer der Antikoagulation. Die Gruppen „rot“ und „grün“ decken etwa 75 bis 80 Prozent der Thrombosepatienten ab.

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„Bei einem großen Teil der Patienten kann mit Hilfe des Ampelsystems somit rasch die richtige Antikoagulationsdauer festgelegt werden“, sagt Jutta Schimmelpfennig vom Aktionsbündnis Thrombose. Nur bei etwa jedem fünften Patienten ist die Entscheidung zur weiteren Antikoagulation von zusätzlichen individuellen Faktoren und Befunden zu treffen. Diese Patienten müssten dann zusätzlich zum Hausarzt auch einen Facharzt aufsuchen, der die Dauer überprüft.

Die Antikoagulation ist die wichtigste Therapiemaßnahme, um die Akutmortalität und
-morbidität zu reduzieren, Beschwerden zu lindern sowie längerfristig Rezidive und Langzeitkomplikationen zu verhindern. An Lungenembolie, einer Folge der Venenthrombose, sterben in Deutschland jährlich rund 100.000 Menschen. Auf dieses Risiko und wie es durch intersektorale Versorgung vermieden werden kann, weist der diesjährige Welt-Thrombose-Tag am 13. Oktober 2017 hin. 

© gie/EB/aerzteblatt.de

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