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Wissenschaftler legen Herausgeber­schaft von Elsevier-Zeit­schriften nieder

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Buch und Wissenschaft /kwanchaift, stock.adobe.com
Seit gut einem Jahr verhandeln deutsche Wissenschaftsorganisationen mit Verlagen über bundesweite Verträge für elektronische Zeitschriften./ kwanchaift, stock.adobe.com

Berlin – Im Zuge der Auseinandersetzungen der deutschen Wissenschaftsorganisationen mit dem Wissenschaftsverlag Elsevier legen erste Wissenschaftler ihre Mitarbeit als Herausgeber und Mitglieder der Editorial und Advisory Boards für Zeitschriften des Verlags nieder. Damit positionieren sie sich gegen die bislang erfolglos gebliebenen Verhandlungen mit dem Verlag über bundesweite Verträge für den Zugang zu elektronischen Fachzeitschriften.

E-Journals: Elsevier blockiert Verhandlungen über bundesweite Lizenzen

Berlin – Bei den gestrigen Verhandlungen mit dem Projekt DEAL der deutschen Wissenschaftsorganisationen hat der Verlag Elsevier zum wiederholten Mal kein Angebot vorgelegt, das auf die Forderungen der Wissenschaft ansatzweise einginge, teilt die Pressestelle der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen, vertreten durch die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), mit.

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Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Horst Hippler kündigte an, dass in den kommenden Wochen die Namen weiterer Wissenschaftler veröffentlicht werden, die ebenfalls ihre Herausgeberschaft von Elsevier-Zeitschriften niederlegen.

Die wissenschaftlichen Bibliotheken sind zunehmend gezwungen, ihr Angebot einzuschränken. Wolfgang Marquardt, Forschungszentrum Jülich

Unter den jetzt genannten Herausgebern sind der Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums Jülich, Wolfgang Marquardt und Kurt Melhorn, Direktor am Max-Planck-Institut für Informatik Saarbrücken, Jörg Raisch (Fachgebiet Regelungssysteme, TU Berlin), Marino Zerial (Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik, Dresden) und  Anton Möslang (Institut für angewandte Materialien, KIT).

Sie alle schließen sich den Wissenschaftlern weltweit an, die sich für Open Access und faire Kostenmodelle einsetzen: „Die willkürlich hoch erscheinenden Preise belasten die Akzeptanz der Arbeitsteilung zwischen Wissenschaft und Verlagswesen. Die wissenschaftlichen Bibliotheken sind zunehmend gezwungen, ihr Angebot einzuschränken. Daraus resultiert eine wachsende Gefahr für den wissenschaftlichen Diskurs in den Fachdisziplinen", erklärt Marquardt.

Für die Wissenschaft sei eine uneingeschränkte Open Access-Komponente unabdingbar, ergänzt Melhorn. „Nur so kann sichergestellt werden, dass aktuelle Forschungsergebnisse vollständig zugänglich sind. Die Verlage müssen ihre Geschäftsmodelle an diese Möglichkeiten des digitalen Publizierens anpassen.“

Hintergrund

Seit gut einem Jahr verhandeln die deutschen Wissenschaftsorganisationen unter dem Dach des Projekts DEAL mit den Verlagen Elsevier, Wiley und Springer Nature über bundesweite Verträge für das gesamte Portfolio elektronischer Zeitschriften (E-Journals). Zukünftig sollen Artikel als Open Access veröffentlicht werden. Damit würde das Lesen wissenschaftlicher Beiträge uneingeschränkt und kostenlos möglich. Lediglich für die Publikation würden einmalig Kosten anfallen. Nachdem Elsevier in den bisherigen Verhandlungsrunden kein Angebot gemacht hatte, das den Anforderungen von DEAL entspricht, wurden die Gespräche bis auf Weiteres eingestellt. Mittlerweile haben knapp 200 Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen ihre Elsevier-Abonnements gekündigt. © gie/idw/aerzteblatt.de

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