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Politik

Welt-Thrombose-Tag: Mehr Aufklärung gefordert

Freitag, 13. Oktober 2017

/Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Berlin/München – Fachverbände und Experten haben sich anlässlich des heutigen Welt-Thrombose-Tags für eine bessere Aufklärung rund um Thrombosen stark gemacht. Die venöse Thromboembolie ist nach Herzinfarkt und Schlaganfall bundesweit die dritthäufigste zum Tode führende Herz-Kreislauf-Erkrankung. Hochrechnungen zufolge sterben daran hierzulande jedes Jahr bis zu 100.000, europaweit über 500.000 Menschen.

Vor diesem Hintergrund verwies der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) auf den signifikanten Anstieg von Lungenembolien in Deutschland. Laut aktueller Gesundheitsberichterstattung des Bundes stieg die Zahl der Lungenembolien zwischen den Jahren 2000 und 2015 von rund 46.000 auf über 66.000 Fälle. Trotzdem sei die öffentliche Aufmerksamkeit für die Gefahren und die Kenntnis der Versorgungsrealität zu gering, monierte der BVMed.

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Defizite bei Diagnose

Er forderte deshalb, Bevölkerung und Ärzte stärker für die Gefahren verengter Blutgefäße zu sensibilisieren und eine umfassende Versorgungsforschung zu initiieren. „Dies könnte nicht nur unzählige Leben retten, sondern auch langfristig die Perspektiven für eine nachhaltige Patientenversorgung verbessern“, verwies der Verband.

Auch das Aktionsbündnis Thrombose kritisierte Defizite beim Erkennen und Ernstnehmen der Erkrankung. „Das Gefährliche ist, dass die Thrombose häufig unbemerkt bleibt und Symptome nicht richtig gedeutet werden“, sagte Rupert Bauersachs, Leiter des Aktionsbündnisses Thrombose. Um behandelnde Ärzte bei der Therapie zu unterstützen, hat das Aktionsbündnis deshalb die Antikoagulations-Ampel entwickelt. Sie soll helfen, die richtige Antikoagulationsdauer festzulegen und zeitraubende Überprüfungen beim Spezialisten zu vermeiden.

Gute Nachrichten gibt es dagegen aus Bayern: Obwohl Lungenembolien auch im Freistaat auf dem Vormarsch sind, ging die Zahl der tödlichen Krankheitsverläufe in den vergangenen Jahren im Freistaat zurück: Während die Anzahl der Erkrankungen zwischen 2010 und 2015 um 12 Prozent stieg, starben 2015 immerhin 76 Menschen weniger an einer Verengung der Blutgefäße als noch im Jahr 2010. © hil/sb/aerzteblatt.de

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