NewsMedizinFrühe Hypertonie erhöht bei Frauen Demenzrisiko im Alter
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Frühe Hypertonie erhöht bei Frauen Demenzrisiko im Alter

Sonntag, 15. Oktober 2017

/dpa

Oakland – Frauen, die bereits vor der Menopause einen erhöhten Blutdruck haben, entwickeln einer Kohortenstudie in Neurology (2017; doi: 10.1212/WNL.0000000000004602) zufolge im Alter häufiger eine Demenz. Für Männer konnte kein Zusammenhang hergestellt werden. 

Ein erhöhter Blutdruck stört auf Dauer die Struktur und Funktion der zerebralen Blutgefäßen. Zu den Folgen gehört nicht nur ein Schlaganfall, für den die arterielle Hypertonie der wichtigste Risikofaktor ist. Die Zerebralsklerose kann langfristig auch die Entwicklung von Demenzen fördern.

Anzeige

Paola Gilsanz von der Forschungsabteilung des Krankenversorgers Kaiser Permanente in Oakland hat hierzu die Daten von 5.664 Mitgliedern untersucht, die das erste Mal zwischen 1964 und 1973 im mittleren Alter von 32,7 Jahren und danach zwischen 1978 und 1985 im mittleren Alter von 44,3 Jahren an einer Gesundheitsuntersuchung teilgenommen hatten. Von ihnen waren im Alter 532 (9,4 Prozent) an einer Demenz erkrankt.

Schon die wenigen Frauen, die bereits bei der ersten Untersuchung im Alter von Mitte 30 einen erhöhten Blutdruck hatten, erkrankten später häufiger an einer Demenz. Die Hazard Ratio (HR) von 1,31 verfehlte aber bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,95 bis 1,79 das Signifikanzniveau. Bei den Frauen, die im Alter von Mitte 40 weiterhin einen erhöhten Blutdruck hatten, war der Zusammenhang dann statistisch eindeutig. Sie erkrankten im Alter zu 65 Prozent häufiger an einer Demenz (HR 1,65; 1,25-2,18). Bei den Frauen, bei denen bei der zweiten Untersuchung mit Mitte 40 erstmals ein erhöhter Blutdruck gemessen wurde, war das Risiko sogar um 73 Prozent erhöht (HR 1,73: 1,24-2,40).

Für Männer wurde dagegen zu keinem Zeitpunkt eine Assoziation gefunden, was überraschend ist, da frühere Untersuchungen zu dieser Frage auf keine geschlechts­spezifischen Folgen der Hypertonie hingewiesen hatten. Die Forscher vermuten deshalb ein statistisches Artefakt. Der Zusammenhang könnte übersehen worden sein, weil Männer im mittleren Alter häufiger an einem Herzinfarkt (einer weiteren Folge der Hypertonie) erkranken und zudem eine niedrigere Lebenserwartung haben als Frauen.

Sie sterben häufig, bevor eine Hypertonie zu einer Demenz geführt haben kann. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass hormonelle Faktoren, die in der Perimenopause zu einen Anstieg von Schlaganfällen führen, im Alter die Entwicklung einer Demenz begünstigen.

© rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. Oktober 2018
Cambridge/England – Etwa die Hälfte aller Menschen hat Mutationen in Genen, deren Störung zu einer degenerativen Hirnerkrankung führen kann. Die in Nature Communications vorgestellten Ergebnisse
Somatische Mutationen: Viele Demenzen könnten vor der Geburt angelegt sein
15. Oktober 2018
Rostock – Die Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern informiert in der kommenden Woche landesweit über die Ursachen und Folgen des Bluthochdrucks. Die Krankheit bleibe häufig lange unentdeckt und sei
Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern informiert über Hypertonie
10. Oktober 2018
Lübeck – Seltene autoimmune Enzephalitiden wurde erst vor wenigen Jahren beschrieben. Bei betroffenen Patienten können psychotische Symptome, Bewusstseins- und Gedächtnisstörungen oder epileptische
Antineuronale Antikörper sind ein Zeichen für autoimmune Enzephalitis
25. September 2018
Chicago/Tübingen – Bewegung kann auch für Menschen mit einer monogenetisch bedingten Alzheimerkrankheit von Vorteil sein. Mindestens 2,5 Stunden körperliche Aktivität pro Woche wirkten sich in einer
Bewegung könnte den kognitiven Verfall bei seltener Alzheimerkrankheit verzögern
21. September 2018
Berlin – Die Versorgungssituation von Menschen mit psychischen Erkrankungen hat sich in Deutschland in den letzten Jahren verbessert, ist aber längst noch nicht zufriedenstellend. Noch kommen die
Psychiater fordern mehr Aufklärung zu Demenz und frühzeitige Diagnostik und Behandlung
20. September 2018
Berlin – Den Startschuss für eine nationale Demenzstrategie haben Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) und Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) gegeben. „Menschen mit Demenz und ihre
Bundesregierung plant eine nationale Demenzstrategie
17. September 2018
London – Das räumliche Orientierungsvermögen verschlechtert sich nicht nur in Abhängigkeit des Alters. Materieller Wohlstand und der Grad der Gleichstellung wirken sich ebenfalls darauf aus. Das zeigt
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER