NewsMedizinSchwangerschaft: Seitenlage im Schlaf entspannt den Feten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Schwangerschaft: Seitenlage im Schlaf entspannt den Feten

Sonntag, 15. Oktober 2017

/dpa

Auckland – Schwangere sollten in der Spätschwangerschaft nach Möglichkeit in einer Seitenlage schlafen. In Rückenlage kommt es beim Feten häufig zu Störungen der Bewegungen und der Herzaktivität, wie eine Studie im Journal of Physiology (2017; doi: 10.1113/JP275084) zeigt.

Da der Uterus bei einer Rückenlage die untere Hohlvene komprimiert, kann es zu einem Abfall der Herzleistung kommen. Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Blutfluss zur Plazenta vermindert ist und die Feten weniger Sauerstoff erhalten. Die Auswirkungen haben Peter Stone und Mitarbeiter von der Universität Auckland in Neuseeland jetzt im Schlaflabor an 30 Schwangeren in der 34. bis 38. Gestationswoche untersucht. 

Anzeige

Die Forscher filmten die Schwangeren während der Nacht mit einer Infrarot-Kamera, während über eine Kardiotokographie die Herzaktionen des Kindes aufgezeichnet wurden. Die meisten Schwangeren bevorzugten beim Einschlafen die linke Seitenlage und die meisten hielten sie auch während der Nacht ein. Nur zwei Frauen lagen beim Einschlafen auf dem Rücken, bei vier Frauen war die Rückenlage die bevorzugte Position.

Die Auswertung der Kardiotokographie ergab, dass der Fetus in Rückenlage seine Bewegungen vermindert. Er verbringt die meiste Zeit in den Phasen 1F (ruhiger Schlaf) und 2F (aktiver Schlaf) nach Nijhuis – wie dies auch bei den Feten der Fall war, die in Seitenlage schliefen. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Gruppen bestand darin, dass die Phase 4F, in der der Fetus aktive Bewegungen zeigt, was sich durch eine häufige Änderung der Herzrate bemerkbar macht, bei Rückenlage der Schwangeren fast gar nicht auftritt. 

Bei linker Seitenlage der Schwangeren waren die Feten zu 4,4 Prozent der Zeit in der Schlafphase 4F. Bei rechter Seitenlage betrug der Anteil sogar 5,2 Prozent. Wenn die Schwangere dagegen auf dem Rücken lag, betrug der Anteil nur 0,8 Prozent. 

Für Stone beweist dies, dass die Rückenlange für den Feten tatsächlich mit einer prekären Sauerstoffversorgung verbunden ist, auf die er mit körperlicher Passivität reagiert. In den meisten Fällen dürfte dies ohne Folgen bleiben. Epidemiologische Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass eine Rückenlage der Schwangeren in der Nacht mit einem zweieinhalbfach erhöhten Risiko auf eine Totgeburt einhergeht.

© rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

17. Mai 2019
Montreal – Eine Einnahme von Benzodiazepinen in der Frühschwangerschaft war in einer Fall-Kontroll-Studie in JAMA Psychiatry (2019; doi: 10.1001/jamapsychiatry.2019.0963) mit einem erhöhten
Studie: Benzodiazepine erhöhen Fehlgeburtrisiko
16. Mai 2019
Köln – Jedes siebte Baby weltweit ist einer Studie zufolge bei der Geburt zu leicht. Mehr als 20 Millionen Neugeborene wurden 2015 mit einem niedrigen Geburtsgewicht von weniger als 2.500 Gramm
Jedes siebte Baby weltweit zu leicht bei der Geburt
14. Mai 2019
Oxford – Die intravenöse Einmalgabe von Amoxicillin-Clavulansäure hat in einer randomisierten Studie das postpartale Infektionsrisiko nach einer vaginal-operativen Entbindung deutlich gesenkt. Die im
Antibiotikaprophylaxe senkt Infektionsrisiko nach Entbindung mit Geburtszange oder Saugglocke
10. Mai 2019
Birmingham/England – Eine vaginale Behandlung mit Progesteron hat in einer großen placebokontrollierten Studie bei Frauen mit vaginalen Blutungen in der Frühschwangerschaft die Zahl der Fehlgeburten
Progesteron kann Fehlgeburt bei vaginaler Blutung kaum verhindern
9. Mai 2019
Rotterdam – Immer mehr Frauen sind bereits vor einer Schwangerschaft zu dick. Der präkonzeptionelle Body-Mass-Index (BMI) war in einer Metaanalyse im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2019; 321:
Übergewicht vor der Schwangerschaft erhöht Komplikationsrisiko
8. Mai 2019
Stockholm – Ein Apgar-Score vom 7, 8 oder 9 Punkten, der im klinischen Alltag als unbedenklich gilt, geht auf Bevölkerungsebene mit einem erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko für das
Neugeborene: Apgar-Score von 9 kann erhöhtes Risiko anzeigen
30. April 2019
Iowa City – Schwangere Frauen in den Vereinigten Staaten rauchen deutlich seltener als nicht schwangere Frauen. Beim Konsum von E-Zigaretten kann dieser Trend hingegen nicht beobachtet werden. Hier
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER