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Politik

Global Health laut Gröhe Markenzeichen der internationalen Verantwortung Deutschlands

Montag, 16. Oktober 2017

Hermann Gröhe /dpa

Berlin – Auf die besondere Bedeutung einer global ausgerichteten Gesundheitspolitik – der sogenannten Global Health – haben verschiedene Redner bei der Eröffnung des World Health Summit gestern in Berlin hingewiesen. Eine globale Gesundheitspolitik ist nach den Worten von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) „zu einem Markenzeichen der internationalen Verantwortung“ Deutschlands geworden. Auch in Zukunft werde Deutschland dieser Verantwortung gerecht werden und globale Gesundheitspolitik aktiv mitgestalten, erklärte der Minister. Dabei sei eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Politik mit Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Stiftungen und Wirtschaft wichtig.

Die Rolle der Wissenschaft für die Gesundheitsversorgung der Menschen weltweit betonte auch der World Health Summit Präsident Detlev Ganten: „Wissenschaft übernimmt Verantwortung für die großen globalen Herausforderungen – von denen Gesundheit die wichtigste für jeden Einzelnen und die Gesellschaft als Ganzes ist“, sagte er gestern in Berlin.

Der neue Generaldirektor der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, betonte in einer Video-Botschaft, dass eine gute und sichere Gesund­heitsversorgung weltweit machbar sei: „Eine umfassende Gesundheits­versorgung für alle Länder, auch die einkommensschwachen, ist machbar – es ist eine politische Entscheidung und die beste Investition“, sagte er.

Joanne Liu, internationale Präsidentin von Ärzte ohne Grenzen, kritisierte, die wohl­habenden westlichen Staaten sähen globale Gesundheit häufig nur als Instrument für mehr Sicherheit. „Hilfe gibt es nur, wenn sich wohlhabende Nationen von einer Krise bedroht fühlen. Ansonsten spielt sie keine Rollen. Solange wir Krisen nur unter dem Sicherheitsaspekt wahrnehmen, geht es mehr um Bedrohung als um die Gesundheit der betroffenen Menschen“, kritisierte Liu.

Portugals Ge­sund­heits­mi­nis­ter Adalberto Campos Fernandes betonte bei der Eröffnung, es sei dringend notwendig, eine gemeinsame Global Health Ausbildung zu schaffen.

Der noch bis morgen laufende World Health Summit ist ein wichtiges strategisches Forum für weltweite Gesundheitsfragen. Er findet seit dem Jahr 2009 jeden Oktober an der Berliner Charité statt. 

„Die Herausforderungen der internationalen Gesundheitsversorgung sind immens und können nur durch einen Zusammenschluss aller Akteure im Gesundheitswesen nachhaltig verbessert werden. Die Wissenschaft muss Verantwortung übernehmen und Politik und Gesellschaft als vertrauenswürdiger Berater zur Seite stehen. Diesen Auftrag nimmt der World Health Summit ernst und bringt Akteure aus allen Bereichen des weltweiten Gesundheitswesens nach Berlin, um innovative Lösungsmodelle zu erarbeiten“, umreißt die Charité den Grundgedanken des World Health Summit. 

Zentrale Themen sind in diesem Jahr die Gesundheitspolitik der G7/G20, die Entwicklung neuer Impfstoffe, Digitalisierung und Big Data, Gesundheitssicherheit, urbane Gesundheit und die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.

Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und des Präsidenten der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker.

© hil/aerzteblatt.de

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jpink
am Dienstag, 17. Oktober 2017, 20:48

"Global Health" = 120% Bullshit?

Ich bin ja generell sehr skeptisch, wenn ich in den Medien über „global“ (sprich gloubel) oder anderen „wonn wörld“-Mist stolpere.

Gerade dieser „ßammitt“ hat es mir da angetan. Der fällt mir seit jeher als Funktionärssprechblasenproduktionsanlage der ersten Ordnung auf. Ich konnte es mir nicht nehmen lassen, die Charité-Pressemitteilung „Die Herausforderungen der internationalen Gesundheitsversorgung sind immens…“ der sprachlichen Testung zu unterziehen mit folgendem Ergebnis:

Ihr Text: 562 Zeichen, 69 Wörter
Bullshit-Index :1.2
Glückwunsch, Ihnen ist es tatsächlich gelungen, unsere Bullshit-Skala von 0 - 1 zu sprengen! Diesen Text tut sich ein Leser wohl nicht freiwillig an, aber uns haben Sie beeindruckt.
www.blablameter.de


Zu Zeiten des lebendigen Deutschen Reiches produzierte die Charité noch am Fließband Nobelpreise. Und heute?

Mich wundert das freilich nicht. Denn mit öffentlichen Sachen, also Re(s)publiken, ist es meiner Analyse nach wie mit öffentlichen Frauen. Es wird sich zwar verkauft so gut es geht, aber das Eigentliche verkommt dann doch zur Parodie dessen, was tatsächlich gemeint war. Und Dritte kassieren dabei vor allem gross ab!

Als meine politische Arbeit begann, dachte ich noch, dass unsere Generation als Idiotengeneration in den künftigen Geschichtsbüchern Eintrag finden würde. Inzwischen hoffe ich, dass da nichts bleiben wird. Nicht eine Erwähnung der sich in ihrer wahrhaften Belanglosigkeit selbst verzehrenden Imponier- und Heißluftgesellschaft soll bleiben. So wie sich der Idiot im Sinne des politischen Terminus lediglich für sich selbst interessiert und ausschließlich nach Selbstinszenierung strebt, so sollte sich auch niemand für ihn interessieren. Schon rein aus prophylaktischen Gründen, denn selbst die atomisierten Trümmer der für den Idioten programmierten Selbstlöschung dürften dermaßen toxisch sein, daß sie rückstandslos vergessen werden sollten.

Das war selbstverständlich grobe Satire, politisch-dissidente und regimekritische Kunst. Die wird einem aber auch leichtgemacht.

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